Transparenzbericht 2016

Vor Kurzem haben wir über das neue Nachrichtendienstgesetz (NDG) abgestimmt und das Referendum gegen das revidierte Bundesgesetz betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF) ist knapp gescheitert. Die beiden neue Gesetze sind zwar noch nicht in Kraft. Doch bereits mit den heutigen Gesetzen ist es Behörden möglich, Metadaten oder Daten wie E-Mails bei Hosting-Providern anzufordern.

Transparenzbericht 2016

Unternehmen wie Google, Facebook oder Twitter veröffentlichen bereits seit Längerem Transparenzberichte. Mit unserem eigenen Transparenzbericht möchten wir Ihnen zeigen, wieviele Anfragen rechtlicher Natur wir erhalten haben und wie wir damit umgegangen sind.

Auskunftsersuchen von Behörden

Im Zeitraum 01.01.2016 – 30.09.2016 haben wir drei Auskunftsersuchen von staatlicher Stelle erhalten. Dabei handelte sich um Anfragen von den folgenden Behörden:

Behörde Typ
Staatsanwaltschaft BS Editionsverfügung (Art. 265 StPO): Inhalte E-Mail-Postfach
EJPD, ÜPF Rückwirkende Verkehrsdaten, Überwachung des Fernmeldeverkehrs (Art. 24b Bst. b VÜPF): Verbindungsdaten E-Mail
Kantonspolizei BE Auskunft über Kundendaten: Verdacht auf falsche Angaben in der WHOIS-Datenbank

Alle drei Gesuche waren gesetzeskonform und wir haben die gewünschten Daten geliefert.

Für uns als reinen Hosting-Anbieter gilt das aktuelle BÜPF nicht. Das heisst, wir sind nicht dazu verpflichtet, Verbindungsdaten 6 Monate aufzubewahren. Organisationsbedingt sind Verbindungsdaten zu Teilen in unseren Backups vorhanden. Wir reduzieren die Aufbewahrung solcher Daten auf ein für uns notwendiges Minimum und folgen dem Prinzip der Datensparsamkeit.

Anfragen zu unzulässigen Inhalten

Den grossen Teil von Anfragen rechtlicher Natur machen Meldungen von unzulässigen Inhalten aus. Diese Art Anfragen stammen in der Regel von Privatpersonen und Unternehmen und werden von uns nach dem Code of Conduct Hosting behandelt, den auch viele andere Schweizer Hosting-Anbieter anwenden. Wir haben im Zeitraum 01.01.2016 – 30.09.2016 zwölf Anfragen erhalten:

Anfragesteller

Anfragesteller Anzahl Anfragen
Privatperson 4
Unternehmen 7
staatliche Behörde 1

Land des Anfragestellers

Land Anzahl Anfragen
Schweiz 4
USA 4
Grossbritannien 1
Russland 1
Ukraine 1
Zypern 1

Rechtsgebiet

Rechtsgebiet Anzahl Anfragen
Urheberrecht 6
Markenrecht 4
Persönlichkeitsrecht 2

Verfahren nach Code of Conduct

Verfahren Anzahl Anfragen
Notice-and-Notice 8
Notice-and-Takedown 4

Jährlicher Transparenzbericht

Wir werden in Zukunft jährlich einen Transparenzbericht veröffentlichen, der die an uns gestellten Auskunftsersuchen und die Meldungen zu unzulässigen Inhalten dokumentiert.

Caching-Plugins für WordPress: Die acht beliebtesten unserer Kunden

Caching, ein Thema, über das jeder WordPress-Nutzer in seiner Laufbahn garantiert einmal stolpert. Mit einem Cache werden Daten zwischengespeichert und müssen so nicht bei jedem Aufruf neu berechnet werden. Gerade bei WordPress, das mit der Installation von vielen zusätzlichen Plugins gerne zum Monster wird, kann sich Caching äusserst positiv auf die Ladezeit der eigenen Website auswirken.

Die beliebtesten Caching-Plugins für WordPress

Hinweis: Dieser Beitrag ist ursprünglich im September 2015 erschienen und nun aktualisiert worden.

Am einfachsten lässt sich ein WordPress-Cache mit einem passenden Plugin realisieren. Wir haben nachgeschaut, welche Caching-Plugins cyon-Kunden installiert haben und die Top-8 der kostenlosen Plugins genauer unter die Lupe genommen:

  1. W3 Total Cache
  2. WP Super Cache
  3. Wordfence
  4. Cachify
  5. Comet Cache
  6. WP Fastest Cache
  7. Cache Enabler
  8. Hyper Cache

Testszenario

Wir haben die Plugins auf einem Webhosting mit einer aktuellen WordPress-Installation (zurzeit 4.6.1) und mit PHP in der Version 7.0.10 getestet. Für den passenden Inhalt hat das Plugin FakerPress gesorgt, mit dem sich Dummy-Content generieren lässt.

Die Geschwindigkeit haben wir mit PageSpeed Insights von Google und dem Pingdom Website Speed Test gemessen.

W3 Total Cache

W3 Total Cache
Das meistinstallierte Caching-Plugin unserer Kunden heisst W3 Total Cache und kann viel mehr als «nur» Caching. Der Entwickler preist das Plugin als «Web Performance Optimization (WPO) Framework» an und der Begriff Framework bringt es dann auch ziemlich gut auf den Punkt. Die Einstellungsmöglichkeiten sind vielfältig (manche mögen es erschlagend nennen ;)) und dementsprechend lassen sich mit der optimalen Konfiguration des Plugins problemlos Stunden verbringen.

W3 Total Cache bietet Funktionen für serverseitiges Caching, Browser-Caching, Unterstützung von Proxy-Caches wie Varnish und ermöglicht ausserdem die einfache Einbindung eines CDN-Providers (Content Delivery Network).

Grundsätzlich verleiten die vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten dazu, jede Option zu aktivieren. W3 Total Cache macht hier jedoch einen guten Job und erklärt umfangreich, was die einzelnen Funktionen machen und welche Auswirkungen sie haben können.

WP Super Cache

WP Super Cache
Im Vergleich zu W3 Total Cache halten sich die Konfigurationsmöglichkeiten für WP Super Cache in Grenzen. Das Plugin bietet ebenfalls eine CDN-Funktion an, die im Gegensatz zu W3 Total Cache keine vorgefertigten Einstellungen für die bekanntesten CDN-Provider bereitstellt. Der Hauptnutzen des Plugins ergibt sich dadurch, dass die einzelnen WordPress-Seiten als statische und gzip-komprimierte Dateien auf dem Server abgelegt werden. So muss der PHP-Interpreter nicht bei jedem Seitenaufruf rechnen, was natürlich wertvolle Zeit spart.

Die aktuellsten Reviews für das Plugin sind durchwegs positiv, Probleme sind also keine zu erwarten. WP Super Cache gehört damit fast schon ins Standardrepertoire einer gepflegten WordPress-Installation. Dass Automattic, die Firma hinter WordPress.com, zu den Mitautoren des Plugins gehört, tut der Beliebtheit des Plugins keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil.

Wordfence

Wordfence
Wordfence in einem Beitrag zu Caching-Plugins? In erster Linie ist Wordfence zwar das beliebteste Security-Plugin für WordPress, beinhaltet aber eben auch eine Cache-Funktion. Etwas versteckt unter dem Menüpunkt «Performance Setup» lässt sich zwischen einem «Basic Cache» und der «Wordfence Falcon Engine» wählen, die gemäss den Entwickler einen bis zu fünfzigfachen Speed-Boost bringen soll.

Die weiteren Einstellungsmöglichkeiten sind angenehm überschaubar. Auf die Werte beim PageSpeed- und Pingdom-Test hat die Falcon Engine keine grösseren Auswirkungen als andere Cache-Plugins, was an der fehlenden Verkleinerung (Minifying) von HTML- und JavaScript-Code liegen dürfte. Angenehm: Wordfence legt sowohl eine komprimierte als auch eine unkomprimierte Version der einzelnen Seiten ab und liefert je nach Besucher bzw. Browser die passende Datei aus.

Cachify

Cachify
In unserem Beitrag «Mit 5 Tricks zu einer pfeilschnellen WordPress-Website» haben wir Cachify bereits als unseren Favoriten unter den Caching-Plugins gekürt. Daran hat sich bis jetzt nichts geändert, ist Cachify doch weiterhin eine der einfachsten Caching-Lösungen und überzeugt durch eine kinderleichte Bedienung. Mit Cachify wählen Sie zwischen Datenbank und Harddisk als Speicherort für die komprimierten Cache-Daten. In unserem Test hat die Option «Harddisk» zwar nicht auf Anhieb funktioniert, doch schon der Datenbank-Cache liefert tolle Resultate.

Comet Cache

Comet Cache
Das Plugin Comet Cache hat bereits seinen zweiten Namenswechsel hinter sich. Ursprünglich unter dem Namen Quick Cache bekannt, mussten die Entwickler auch den Namen ZenCache nach Streitigkeit mit dem Helpdesk-Anbieter Zendesk ändern.

Comet Cache macht einem den Start einfach: Das Plugin grüsst nach der Aktivierung mit einer Checkbox und dem folgenden Text:

HUGE Time-Saver: Approx. 95% of all WordPress sites running Comet Cache, simply enable it here; and that’s it :-) No further configuration is necessary (really).

Das wirkt sehr sympathisch und nimmt einem die Angst vor einer Odyssee im Konfigurations-Dschungel. Soll’s dann aber doch ein wenig Feintuning sein, lässt sich an den Einstellungen von Comet Cache ausführlich schrauben. Und auch da zeigt sich: Das Plugin hilft mit ausführlichen Beschreibungen beim Justieren. Funktionen wie Minifying und CDN-Unterstützung sind jedoch erst ab der Premium-Version inklusive.

WP Fastest Cache

WP Fastest Cache
WP Fastest Cache bietet die üblichen Optionen wie das Verkleinern von HTML und CSS oder das Ausliefern der Seiten als Gzip. Einige Optionen wie das Entfernen von JavaScript-Code, der das Rendern blockiert, oder die integrierte Bildoptimierung, sind erst in der kostenpflichtigen Premium-Version des Plugins aktivierbar. Die Integration eines CDNs ist hingegen bereits in der kostenlosen Version möglich.

Cache Enabler

Cache Enabler
Cache Enabler, das Caching-Plugin des Schweizer CDN-Anbieters KeyCDN, erinnert von der Bedienung her an Cachify. Ganz besonders gefällt die Verzahnung mit dem Bildoptimierungs-Plugin Optimus. So werden Bilder im platzsparenden WebP-Format ausgeliefert, wenn der Browser des Besuchers WebP unterstützt. Mit dem ebenfalls kostenlosen Schwester-Plugin CDN-Enabler lässt sich bei Bedarf ein CDN einbinden.

Wir setzen Cache Enabler und Optimus hier in unserem Blog ein.

Hyper Cache

Hyper Cache
Hyper Cache legt wie die meisten anderen Plugins fertig generierte HTML-Dateien auf der Festplatte ab und liefert diese an den Besucher der Website. Das Plugin bietet einige Optionen zur Feineinstellung und hat die Unterstützung eines CDNs eingebaut. Alles in allem wirkt das Plugin solide und bietet die üblichen Standardfunktionen.

Optimieren, optimieren, optimieren

Geschicktes Caching kann sich positiv auf den Speed einer Website auswirken, entfaltet seine Wirkung aber vor allem dann, wenn viele Besucher gleichzeitig bedient werden müssen. Zusammen mit einem Webserver, der auf Geschwindigkeit optimiert ist, lassen sich beachtliche Resultate erzielen.

Sie sollten von Caching-Plugins nicht das blaue Wunder erwarten. Das zeigt sich auch in unseren Testresultaten.

Plugin PageSpeed Insights Pingdom Website Speed Test
ohne Plugin 72/100 Note C, 79
W3 Total Cache 79/100 Note B, 84
WP Super Cache 78/100 Note C, 79
Wordfence 78/100 Note C, 79
Cachify 78/100 Note C, 79
Comet Cache 78/100 Note C, 79
WP Fastest Cache 78/100 Note C, 79
Cache Enabler 78/100 Note C, 79
Hyper Cache 78/100 Note C, 79

Die vorgestellten Plugins helfen zwar, schon aus wenig-optimierten Websites das Beste herauszuholen. Für die wirklich besten Resultate lohnt es sich trotzdem, schon bei der Konzeption einer Website auf Performance zu achten. Überlegen Sie sich deshalb, ob es sich lohnt, eine gewünschte Funktion einzubauen oder ob der Geschwindigkeitsverlust durch eine höhere Komplexität doch eher kontraproduktiv ist.

Welches ist das beste Caching-Plugin für mich?

Die Auswahl ist gross. Umso schwieriger ist es, sich für das perfekte Plugin zu entscheiden. Wer gerne tüftelt wird sich bei W3 Total Cache zu Hause fühlen. Wer es lieber einfach mag und nicht lange konfigurieren will, dem sei Cachify oder Cache Enabler ans Herz gelegt.

Gutes haben wir ausserdem von WP Rocket gehört. Das kostenpflichtige Plugin ist leider nicht in einer kostenlosen Testvariante verfügbar und taucht deshalb nicht auf unserer Liste auf.

PHP 7.1: Testen Sie die neuste PHP-Version

Termingerecht ist vor einigen Tagen die neuste PHP-Version 7.1 in der ersten sogenannten «Release Candidate»-Ausführung erschienen. Ab sofort können Sie PHP 7.1 in dieser Vorabversion auf allen unseren Angeboten nutzen.

Hallo PHP 7.1

Das bringt PHP 7.1 Neues

Die neuste PHP-Version glänzt vor allem durch Sprachneuerungen. Die in unseren Augen zwei Wichtigsten sind die Einführung des Rückgabeytyps void und die nun mögliche destrukturierende Zuweisung von Arrays. Damit können mit eckigen Klammern nicht mehr nur Arrays zugewiesen, sondern Daten auch mit der seit PHP 5.4 bekannten «Short Array Syntax» extrahiert werden.

void

Seit PHP 7.0 können Rückgabewerte definiert werden. In anderen Sprachen seit langem gang und gäbe, unterstützt PHP ab Version 7.1 nun auch den Rückgabewert void. Damit kann eine Funktion auch nichts, eben void, zurückgeben.

function i_dont_return_anything(): void {
    // Perform some action
    // This is perfectly valid.
    return; 
    // This would throw a Fatal error (A 
    // void function must not return a 
    // value).
    // return true; 
}

Quelle: dotdev.co

list

Vor PHP 7.1 konnte ein Array nur mit der Funktion list() extrahiert werden:
list($a, $b, $c) = array(1, 2, 3);

Neu kann die in PHP 5.4 eingeführte «Short Array Syntax», um Arrays mittels eckiger Klammern zu definieren, auch für die umgekehrte Aufgabe (sprich das Extrahieren) verwendet werden:
[$a, $b, $c] = [1, 2, 3];

PHP 7.1 mit cyon-Beteiligung

Auch unser Chefentwickler Dominic hat einen Teil zur neusten PHP-Version beigesteuert. Dank seinem Code kann die OpenSSL-Erweiterungen unter PHP 7.1 auch Schlüsselpaare erstellen, die auf Elliptischen Kurven (ECC) basieren.

Adieu mcrypt

Mit PHP 7.1 kommen nicht nur neue Funktionen hinzu, sondern es werden auch alte Zöpfe abgeschnitten. Oder zumindest der erste Schnitt gemacht. Mit PHP 7.1 verursacht die Verwendung von mcrypt-Funktionen Fehler vom Typ «E_DEPRECATED», wird also als veraltet eingestuft. Es wird daher empfohlen, auf Erweiterungen wie bspw. OpenSSL umzusteigen.

Bereit für PHP 7.1?

Release Candidate-Versionen sollten nicht für produktive Applikationen verwendet werden. Wenn Sie die Version testen möchten, aktivieren Sie PHP 7.1 einfach ganz bequem in Ihrem my.cyon-Konto unter dem Menüpunkt «PHP-Versionsmanager», den Sie im Reiter «Erweitert» finden. Wie bei jedem Versionswechsel lohnt sich ein Blick auf die offiziellen Migrationstipps der PHP-Entwickler und das Changelog.

.shop, .shopping und .games: Frische Domainendungen im September

Nachdem es einige Monate ruhig im Domainmarkt war, dürfen wir uns im September wieder über frische Domainendungen freuen. Neben .games am 21.09. und .shopping am 28.09. startet am 26.09. die von vielen sehnsüchtig erwartete Top-Level-Domain .shop.

Ab 26.09. sind Domainnamen wie donut.shop möglich.

Ab 26. September sind Domainnamen wie donut.shop möglich.

Die Domainendung .shop wurde unter den interessierten Registrierstellen versteigert und ging für über 40 Mio USD über den Tisch. Den Zuschlag erhielt der japanische Anbieter GMO. Damit war .shop bis vor Kurzem die teuerste neue Top-Level-Domain. Die Endung .web wurde vergangenen Monat für das Rekordgebot von 135 Mio USD versteigert versteigert.

Startdaten im Überblick

21.09.2016

Domain CHF EUR USD GBP
.games 29.90 29.90 30.90 18.90

26.09.2016

Domain CHF EUR USD GBP
.shop 49.90 49.90 51.90 31.90

28.09.2016

Domain CHF EUR USD GBP
.shopping 39.90 39.90 41.90 25.90

Wichtige Hinweise

Alle Preise gelten für eine Vertragsdauer von einem Jahr. Preisänderungen und Irrtum sind vorbehalten. Der verbindliche Preis wird Ihnen während einer Bestellung angezeigt.

Am angegebenen Datum beginnt die sogenannte General Availability-Phase, in der die Domains frei registriert werden können. Die meisten Domains werden um 18:00 Uhr Schweizer Zeit (CEST) aktiviert. Die genaue Uhrzeit wird Ihnen am Tag der Verfügbarkeit auf unserer Domainseite angezeigt.

Bei der Registrierung gilt das Prinzip «First come – first served». Zögern Sie also nicht, Ihre Lieblings-Domains gleich ab Verfügbarkeit zu registrieren, bevor jemand anderes schneller ist.

Webmail selbstgemacht: Wie installiere ich Roundcube?

In Brasilien ins Internet-Café und kurz die E-Mails checken? Oder in Japan am Hotel-Computer per E-Mail Grüsse verschicken? Mit einem Webmail, also einem E-Mail-Programm welches über den Browser bedient wird, ist das kein Problem.

Roundcube installieren: Auf einem cyon-Webhosting problemlos möglich.

Roundcube installieren: Auf einem cyon-Webhosting problemlos möglich.

Roundcube ist die weltweit meistgenutzte Open-Source-Webmail-Software. Kein Wunder also, dass wir die Applikation seit Jahren selbst für unser Webmail webmail.cyon.ch nutzen. Dank kostenlosen SSL-Zertifikaten spricht mittlerweile nichts mehr gegen ein selbstgemachtes Webmail. Wir zeigen Ihnen heute, wie Sie auf Ihrem eigenen Webhosting Roundcube installieren.

Warum überhaupt eine eigene Roundcube-Installation?

Sie fragen sich, warum Sie ein eigenes Webmail betreiben sollen? Schliesslich bietet das cyon-Webmail schon alles was Sie für die Bewirtschaftung Ihrer E-Mail-Adressen benötigen.

Für Roundcube sind unzählige Plugins erhältlich, die die Webmail-Software um praktische Funktionen erweitern. Dank den entsprechenden Plugins lässt sich so in der selbstgemachten Roundcube-Installation bspw. ein Kalender integrieren, Tastatur-Shortcuts verwenden oder ein optimierter Skin für mobile Geräte aktivieren. Plugins werden in Roundcube über die Paketverwaltung Composer installiert, die Anleitung dafür finden Sie direkt auf der Startseite des Plugins-Repositorys.

Sie haben GMail-, Bluewin- oder GMX-Adressen, mögen aber das Roundcube-Interface besser? Im Gegensatz zum cyon-Webmail können Sie mit einer selbstgemachten Installation auch solche Adressen abrufen.

Verschlüsselte Verbindung ein Muss

Bevor wir mit der Installation loslegen, sollte unsere Domain per HTTPS erreichbar sein. Dazu aktivieren wir per Mausklick ein SSL-Zertifikat von Let’s Encrypt. Leuchtet das Fähnchen im my.cyon-Konto grün, kann’s losgehen.

Roundcube herunterladen

Als erstes laden wir die Installationsdateien auf unser Webhosting. Wir können dies per SSH direkt erledigen. Damit entfällt der Umweg über unseren lokalen Computer.

Unter https://roundcube.net/download/ finden wir die jeweils aktuelle Roundcube-Version. Roundcube installieren wir in diesem Beispiel in der aktuellsten Version und in der Ausführung «Complete». Die Complete-Ausführung beinhaltet alle benötigten Dateien, damit Roundcube nach der Installation sofort verwendet werden kann. Wir kopieren uns die entsprechende URL in Zwischenablage:

https://github.com/roundcube/roundcubemail/releases/download/1.2.1/roundcubemail-1.2.1-complete.tar.gz

In unserem Beispiel lautet der Benutzername des Webhosting-Accounts «olivero2» und die Domain «oliverorange.ch». Um per SSH auf unser Webhosting zu verbinden, geben wir folgende Zeile in der Konsole ein:
ssh olivero2@oliverorange.ch
Danach wird zur Authentifizierung das Passwort für unser Webhosting verlangt, falls wir keinen SSH-Key hinterlegt haben.

Mit dem Befehl cd public_html wechseln wir ins Wurzelverzeichnis für Websites. Anschliessend laden wir mit folgendem Befehl das Installations-Archiv auf das Webhosting:

wget -O roundcubemail-1.2.1-complete.tar.gz https://github.com/roundcube/roundcubemail/releases/download/1.2.1/roundcubemail-1.2.1-complete.tar.gz

Nachdem das Archiv heruntergeladen ist, steht es unter dem Namen roundcubemail-1.2.1-complete.tar.gz zum Entpacken bereit. Mit dem Befehl tar xzf roundcubemail-1.2.1-complete.tar.gz entpacken wir das Archiv an Ort und Stelle. Das Verzeichnis roundcubemail-1.2.1 ist nun vorhanden. Wir mögen’s gerne einfach und verkürzen den Verzeichnisnamen mit mv roundcubemail-1.2.1 roundcube auf roundcube. Jetzt kann die eigentliche Installation losgehen.

Damit ab Beginn Anfragen an http://oliverorange.ch/roundcube/ auf die verschlüsselte Version, also https://oliverorange.ch/roundcube/, umgeleitet werden, bearbeiten wir vor der Installation die Datei .htaccess im Verzeichnis roundcube: Wie kann ich Besucher meiner Website auf SSL und HTTPS umleiten?

Roundcube installieren

Wir öffnen die Installationsroutine über https://oliverorange.ch/roundcube/installer/ in unserem Browser.

Ersetzen Sie hier https://oliverorange.ch/ mit Ihrer Domain.

Roundcube prüft die Serverumgebung.

Roundcube prüft die Serverumgebung.

Als erstes prüft Roundcube, ob alle benötigten Software-Versionen und Erweiterungen vorhanden sind. Mit einem Klick auf «Next» am Ende der Seite gelangen wir zum zweiten Schritt, wo wir die Konfigurationsdatei erstellen können.

Für uns sind zu diesem Zeitpunkt drei Abschnitte relevant: Die Datenbank-Konfiguration, die IMAP-Konfiguration und die SMTP-Konfiguration.

Datenbank

Roundcube unterstützt eine ganze Menge Datenbanksysteme. Auf einem cyon-Webhosting haben wir die Wahl zwischen MySQL oder SQLite. Wir entscheiden uns in diese Fall für MySQL. Deshalb erstellen wir kurz eine Datenbank im my.cyon-Konto. Ein passender Benutzer mit Passwort wird dabei automatisch erstellt. Die drei Angaben (Datenbankname, Benutzer und Passwort) kopieren wir uns aus dem my.cyon-Konto in die Zwischenablage und können diese dann gleich in der Installationsroutine abfüllen. Der Datenbankserver ist, wie bereits vorausgefüllt, unter dem Namen localhost erreichbar.

Die Datenbank- und IMAP-Konfiguration für Roundcube.

Die Datenbank- und IMAP-Konfiguration für Roundcube.

IMAP-Einstellungen

Wir nutzen zur Anmeldung am E-Mail-Konto unseren zentralen Anmeldeserver «mail.cyon.ch». Das hat den Vorteil, dass nicht nur auf dem Webhosting installierte E-Mail-Adressen abgerufen werden können, sondern auch Adressen, die auf einem anderen cyon-Webhosting hinterlegt sind.

Als IMAP-Host geben wir deshalb ssl://mail.cyon.ch an. Da die Verbindung verschlüsselt sein wird, ändern wir den default_port auf 993.

Sollen Postfächer abgerufen werden, die nicht auf einem cyon-Webhosting installiert sind, ersetzen Sie bitte ssl://mail.cyon.ch mit dem entsprechenden Servernamen. Die Verbindung sollte in jedem Fall verschlüsselt aufgebaut werden, der Teil ssl:// sowie der Port 993 bleiben darum unverändert.

SMTP-Einstellungen

Auch die SMTP-Verbindung soll über einen verschlüsselten Kanal stattfinden. Wir setzen als SMTP-Server, wie bereits bei der IMAP-Konfiguration, den Wert ssl://mail.cyon.ch. Als smtp_port hinterlegen wir 465 und wählen unter smtp_user/smtp_pass die Option «Use the current IMAP username and password for SMTP authentication» aus, damit sich Roundcube beim Versand einer E-Mail korrekt beim Postausgangsserver anmeldet.

Die benötigten Angaben für den Postausgangsserver (SMTP).

Die benötigten Angaben für den Postausgangsserver (SMTP).

Damit sind die grundlegenden Einstellungen für unser selbstgemachtes Webmail definiert. Mit einem Klick auf den Button «Create config» wird die Konfiguration auf dem Webhosting hinterlegt.

Abschluss und los geht’s

Im letzten Schritt der Installationsroutine wird geprüft, ob die zuvor erstellte Konfiguration funktioniert. Da die hinterlegte Datenbank noch leer ist, erstellt Roundcube mit einem Klick auf «Initialize database» die benötigten Tabellen. Ist dieser Schritt erledigt, ist unser neues Webmail bereit und unter https://oliverorange.ch/roundcube/ erreichbar.

Hat die Installation geklappt, erscheint unter der Installations-URL das Login-Formular von Roundcube.

Hat die Installation geklappt, erscheint unter der Installations-URL das Login-Formular von Roundcube.

Wichtig zum Schluss: Damit die Installationsroutine nicht mehr erreichbar ist, löschen wir im Installationsverzeichnis noch den Ordner installer.

Weiterführende Informationen

Im offiziellen Wiki finden Sie weitere Anleitungen zur Konfiguration von Roundcube und die Roundcube-Community trifft sich im Roundcube-Forum, das auch eine deutschsprachige Sektion bietet.

Seite 5 von 103« Erste...34567...102030...Letzte »