Google Analytics: 11 Alternativen zum Marktführer

Auf über 86 % aller Schweizer Websites wird Google Analytics zur Erstellung und Auswertung von Zugriffsstatistiken genutzt. Damit hat Google auch in unseren Breitengraden eine absolute Vormachtstellung, die kritisch beäugt wird. Heute zeigen wir Ihnen 11 alternative Lösungen, die Sie auf Ihrer Website einsetzen können.

Google Analytics-Alternativen

Warum nicht Google Analytics?

Es gibt diverse Gründe, warum man sich nach einer Google Analytics-Alternative umsehen möchte.

Google weiss schon sehr viel über uns Internetnutzer. Wenn man nicht möchte, dass Zugriffsstatistiken der eigenen Website auf den Servern von Google gespeichert werden, ist Google Analytics natürlich die falsche Wahl. Zudem stehen einem mit Google Analytics immer nur die verarbeiteten Daten zur Verfügung, Zugriff auf die Rohdaten ist nicht möglich. Nicht zuletzt bietet Google Analytics eben auch eine Unmenge an Funktionen. Das kann schonmal abschrecken. Wenn’s ein wenig einfacher sein soll und der Grossteil der Funktionen sowieso nicht genutzt wird, lohnt sich der Blick auf eine der Alternativen.

Tags und Pixel vs Logdateianalyse

Vorneweg: Bei der Wahl einer Analysesoftware gilt es zwischen zwei Verfahren zu unterscheiden, wie Daten gesammelt werden können. Zum einen sind das Lösungen, die mithilfe von JavaScript-Tags das Verhalten der Website-Besucher aufzeichnen und diese Signale an die Analysesoftware senden. Ist JavaScript im Browser des Besuchers deaktiviert, kann die Datenaufzeichnung auch mit einem sogenannten Zählpixel stattfinden. Ein Zählpixel ist eine pixelgrosse, transparente Bilddatei, die beim Aufruf der Seite vom Browser geladen wird. Der Zugriff auf diese Bilddatei wird dann mithilfe des HTTP-Referrers von der Analysesoftware der entsprechenden Seite zugewiesen. Die JavaScript- und Zählpixel-Lösungen rechnet man den sogenannten Client-basierten Lösungen zu, da sie im Browser des Besuchers Daten generieren und diese über einen Drittanbieter gesammelt werden können.

Zum anderen nutzt man sogenannte Log-Analyzer, die man mit Serverprotokollen füttert. Diese Analyzer kategorisieren die protokollierten Zugriffe und bereiten diese grafisch auf. Diese Lösungen bezeichnet man als Server-basiert, da die Daten serverseitig generiert werden.

Heutzutage herrscht das clientseitige Verfahren mit JavaScript-Tags und Zählpixeln vor. Die beiden Verfahren schliessen sich keineswegs aus und die Kombination beider Varianten kann zu einer besseren Datenqualität führen. Einzelne Lösungen unterstützen sogar beide Verfahren von Haus aus, Google Analytics gehört allerdings nicht dazu. Ein Grund mehr, sich nach einer Alternative umzuschauen, wenn alle Daten direkt in einem Werkzeug landen sollen.

Die Alternativen

Wir haben uns 11 Analysetools genauer angesehen und stellen diese kurz vor:

Piwik

Screenshot Piwik
Piwik ist die bekannteste Google Analytics-Alternative und kommt auf etwas mehr als 6% der Schweizer Websites zum Einsatz. Die Open-Source-Software basiert auf PHP und MySQL und lässt sich somit bei den meisten Webhosting-Anbietern problemlos installieren. Das Tool bietet praktisch alle Funktionen, die Google Analytics mitbringt und eignet sich damit hervorragend als Ersatz. Dank unzähligen Plugins lässt sich die Grundinstallation um weitere Funktionen erweitern. Ausserdem funktioniert Piwik nicht nur Client-basiert sondern kann auch Serverprotokolle verarbeiten. Aufgrund der ausführlichen Einstellungsmöglichkeiten zur Wahrung der Privatsphäre ist Piwik vor allem in Europa sehr beliebt und wird auch von Behörden eingesetzt.

  • Datensammlung: Client- und Server-basiert
  • Service oder selbstgehostet: Selbstgehostet und als Service verfügbar
  • Kosten: Kostenlos, open-source
  • Website: www.piwik.org

Mint

Screenshot Mint
Mint lässt sich wie Piwik auf dem eigenen Webhosting-Account installieren. Die Software basiert ebenfalls auf PHP und MySQL, ist jedoch nicht open-source. Für einmalige USD 30.- erhalten Sie mit Mint eine übersichtliche Analytics-Oberfläche, die einen nicht mit allzu vielen Kennzahlen erschlägt. Dank einem grossen Katalog an Plugins lässt sich Mint mit vielen zusätzlichen Funktionen erweitern. Die Erfassung der Daten erfolgt per JavaScript-Tag, ist also Client-basiert.

  • Datensammlung: Client-basiert
  • Service oder selbstgehostet: Selbstgehostet
  • Kosten: Kostenpflichtig (einmalige Gebühr)
  • Website: haveamint.com

Shaun Inman, der Autor von Mint, bietet das Tool seit 24.12.2016 nicht mehr an. Bestehende Installationen funktionieren weiterhin, Downloads der Software sind jedoch nicht mehr möglich. Inman plant vorerst nicht, Mint zu open-sourcen.

Clicky

Screenshot Clicky
Clicky ist ein Service, der für kleinere Websites kostenlos ist. Mit dem Service lassen sich die Aktionen einzelner Besucher in Echtzeit verfolgen. In der Bezahlvariante bietet Clicky ausserdem Heatmaps und eine zuverlässigere Angabe der Bounce-Rate. Äusserst positiv: Die Verbindung zu den Clicky-Servern geschieht über HTTP/2 und das Rating bei SSLlabs ist mit A+ vorbildlich.

  • Datensammlung: Client-basiert
  • Service oder selbstgehostet: Service
  • Kosten: Kostenlose Version verfügbar
  • Website: clicky.com

Open Web Analytics

Screenshot Open Web Analytics
Open Web Analytics ist, der Name verräts, Open-Source-Software und basiert wie Piwik auf PHP und MySQL. Die offizielle Website wirkt zwar ein wenig verlassen, der letzte News-Beitrag stammt aus dem Jahr 2014. Auf GitHub ist das Projekt aber weiterhin lebendig. Die Oberfläche von Open Web Analytics erinnert stark an Google Analytics, womit man sich als Google Analytics-Kenner schnell zurechtfindet. Open Web Analytics bietet tolle Features wie eine Heatmap oder Aufzeichnungen von Mausbewegungen.

  • Datensammlung: Client-basiert
  • Service oder selbstgehostet: Selbstgehostet
  • Kosten: Kostenlos, open-source
  • Website: www.openwebanalytics.com

Gauges

Screenshot Gauges
Gauges punktet mit einer sehr ansprechenden Oberfläche und wirbt damit, nur die wirklich relevante Metriken anzuzeigen. Statistiken können in Echtzeit eingesehen werden, eine Funktion die wir so bereits von Google Analytics kennen. Gauges kann sieben Tage kostenlos getestet werden, danach sind mindestens USD 6.- für den Service fällig.

  • Datensammlung: Client-basiert
  • Service oder selbstgehostet: Service
  • Kosten: Kostenpflichtig
  • Website: get.gaug.es

Yandex Metrica

Screenshot Yandex Metrica
Yandex ist das russische Pendant zu Google. Ein Analytics-Dienst darf da natürlich nicht im Angebot fehlen. Die Funktionen ähneln denn auch stark denen von Google Analytics. Im Gegensatz zum Google-Produkt bietet Metrica jedoch zusätzliche Funktionen wie eine Heatmap. Als Suchmaschinenanbieter mit ähnlichem Produkte-Portfolio wie Google gelten viele der Nachteile, Stichwort Datenschutz, auch für Yandex Metrica.

  • Datensammlung: Client-basiert
  • Service oder selbstgehostet: Service
  • Kosten: Kostenlos
  • Website: metrica.yandex.com

StatCounter

Screenshot StatCounter
StatCounter bietet die üblichen Funktionen, hebt sich gegenüber Google Analytics jedoch mit rohen Daten ab. StatCounter hält die Logs vor und ermöglicht so, Zugriffsdaten ganz genau zu analysieren. In der kostenlosen Version werden die letzte 500 Zugriffe gespeichert, die Bezahlversion bietet je nach Bedarf Daten, die weiter zurückliegen. Damit eignet sich die kostenlose Version von StatCounter vor allem für die kurzfristige Analyse der Zugriffsstatistiken. Wer ältere Daten benötigt, greift zur Bezahlversion.

  • Datensammlung: Client-basiert
  • Service oder selbstgehostet: Service
  • Kosten: Kostenlose Version verfügbar
  • Website: de.statcounter.com

etracker

Screenshot etracker Analytics
etracker, ein deutsches Unternehmen, punktet bei seinem Analytics-Produkt mit einer wunderschönen Oberfläche. Neben den üblichen Funktionen bietet etracker Analytics Daten in Echtzeit. Ausserdem werden im Gegensatz zu Google Analytics keine Hochrechnungen erstellt. Der Service kann 21 Tage kostenlos getestet werden, danach sind mindestens 19€ pro Monat fällig.

GoAccess

Screenshot GoAccess
GoAccess gehört zu den eingangs erwähnten Log-Analyzern, bereitet also vorhandene Protokolle auf. GoAccess kann Serverprotokolle entweder nachträglich oder in Echtzeit verarbeiten und diese sowohl auf der Kommandozeile wie auch als HTML-Report im Browser ausgeben. GoAccess lässt sich auf Unix-Systemen (Mac, Linux) installieren, auf Windows-Computern ist der Betrieb dank Cygwin möglich.

  • Datensammlung: Server-basiert
  • Service oder selbstgehostet: Selbstgehostet oder lokale Installation
  • Kosten: Kostenlos, open-source
  • Website: goaccess.io

AWStats

Screenshot AWStats
AWStats ist das Urgestein unter den Log-Analyzern und kommt bei vielen Webhosting-Anbietern standardmässig zum Einsatz. Die in Perl geschriebene Software verrichtet zuverlässig ihre Dienste und bereitet Serverprotokolle übersichtlich auf, auch wenn das Layout etwas angestaubt wirkt.

  • Datensammlung: Server-basiert
  • Service oder selbstgehostet: Selbstgehostet oder lokale Installation
  • Kosten: Kostenlos, open-source
  • Website: www.awstats.org

W3Perl

Screenshot W3Perl
W3Perl ist, wie AWStats, in Perl geschrieben und lässt sich sowohl auf Servern als auch lokal installieren. Die Oberfläche wirkt leicht angestaubt, bietet aber alle Daten, die man als Website-Besitzer kennen möchte. Als interessanter Zusatz kann W3Perl auch mit FTP-, E-Mail- oder SSH-Logs umgehen.

  • Datensammlung: Server-basiert
  • Service oder selbstgehostet: Selbstgehostet oder lokale Installation
  • Kosten: Kostenlos, open-source
  • Website: www.w3perl.com

Welche Alternative soll’s sein?

Wer auf die vielen Features von Google Analytics angewiesen ist, seine Daten aber nicht in fremde Hände geben will, greift vorzugsweise zu Piwik oder Open Web Analytics. Dürfen’s auch ein paar Funktionen weniger sein, lohnt sich der Blick auf Clicky. Und sollen sowieso nur die servereigenen Protokolle ausgewertet werden und das entweder auf der Kommandozeile oder im Browser, dann ist GoAccess das Tool der Wahl.

Unsere Liste ist keineswegs abschliessend, tummeln sich doch unzählige Anbieter in diesem Markt. Nutzen Sie ein Tool, das wir nicht erwähnt haben? Dann freuen wir uns über Ihren Kommentar.

Geekserver neu rund 4x günstiger

Hinweis: Wir haben das Geekserver-Angebot per Ende Juli 2017 eingestellt.

Unser Geekserver-Angebot erstrahlt in neuem Glanz: Wir lassen die Preise massiv purzeln, womit Sie nun bereits ab 10 CHF pro Monat einen Linux-Server Ihr Eigen nennen können. Ausserdem haben wir das Angebot vereinfacht und die Top-Ausstattung bietet neu satte 32 GB Arbeitsspeicher.

Mieten Sie bereits ab CHF 10.- pro Monat Ihren eigenen Linux-Server in der cyon-Cloud.

Kaum wiederzuerkennen: Die neuen Preise im Detail

Slices 1 2 3 4 5 6 7 8
CPU 1 1 2 4 6 8 12 16
GB RAM 1 2 4 8 12 16 24 32
Preis alt 39.- 78.- 156.- 312.- 468.- 624.- Nein Nein
Preis neu 10.- 20.- 40.- 80.- 120.- 160.- 240.- 320.-

Preise in CHF/Monat

Die restlichen Eigenschaften bleiben unverändert. Die Preisänderung gilt ab sofort und selbstverständlich auch automatisch für alle Kunden, die bereits einen Geekserver besitzen.

Unbegrenzte Möglichkeiten

Wenn Ihre Webapplikation auf PHP und MySQL basiert, sind unsere Webhostings meist das ideale Angebot. Aber was, wenn es einmal andere Software sein soll? Dann ist unser Geekserver Ihre perfekte Plattform.

Sie arbeiten lieber mit nginx als Webserver? Kein Problem. Oder basiert Ihre Applikation auf Node.js? Auf Ihrem Geekserver lässt sich so ziemlich jede Applikation betreiben, die Linux-kompatibel ist.

Selber hosten liegt im Trend

Die Devise lautet: Für fast jedes kostenpflichtige Software-as-a-Service-Angebot (SaaS) gibt es mindestens eine Open-Source-Variante, die sich auf dem eigenen Server installieren lässt. Uns gefallen beispielsweise der Subreddit Selfhosted oder diese umfangreiche Liste bei GitHub. Bestimmt finden Sie da auch die eine oder andere Inspiration.

Herr über Ihre Daten

Und mit einem Geekserver bleiben Sie Herr Ihrer privaten Daten. Bauen Sie sich Ihre eigene Dropbox-Alternative mit ownCloud, Nextcloud, Seafile oder AeroFS. Egal, welche Software Sie nutzen: Ihre Daten gehören Ihnen und liegen sicher in unserem zertifizierten Datacenter in der Schweiz.

Lassen Sie uns und andere cyon-Kunden in den Kommentaren wissen, was Sie mit Ihrem Geekserver gebaut oder geplant haben. Wir sind gespannt.

.blog – Die Domainendung für alle Blogs

Ab sofort können Sie Domainnamen mit der Endung .blog für CHF 39.90/Jahr auch bei uns registrieren.

.blog – Die Domainendung für alle Blogger

.blog – Die Domainendung für alle Blogger

Die Rechte an der Domainendung hat sich Automattic, die Firma hinter WordPress.com und WooCommerce, gesichert. Die Top-Level-Domain .blog wurde unter den interessierten Registrierstellen versteigert. Ein üblicher Vorgang, wenn sich mehrere Interessenten für den Betrieb einer Domainendung bewerben. Für einmal hatten Branchengrössen wie Google, Donuts oder Afilias jedoch das Nachsehen. Lange war gar nicht bekannt, dass Automattic hinter dem gewinnenden Gebot steht. Die WordPress.com-Macher hatten sich unter dem Deckmantel des Anbieters Primer Nivel die Domainendung gesichert und erst im Mai bekanntgegeben, dass sie für die neue Domainendung .blog verantwortlich sein werden.

.blog gilt als eine der neuen Domainendungen, für die eine grosse Anzahl Registrierungen erwartet werden. Zum einen hat sich der Begriff Blog etabliert und wird automatisch mit Internet und eben Blogs in Verbindung gebracht. Zum anderen betreibt Automattic mit WordPress.com eine Blogging-Plattform, die monatlich über 400 Millionen Besucher zählt. Automattic sieht Potenzial in .blog-Domainnamen und hat dafür in der Auktion 19 Mio. USD bezahlt.

Kostenlose SSL-Zertifikate: Neu auch für Umlautdomains

Bald ist es ein Jahr her, seit Let’s Encrypt mit dem Start in die Beta-Phase die Branche für SSL-Zertifikate mächtig durchgeschüttelt hat. In der Zwischenzeit sind nicht weniger als 10,3 Millionen Zertifikate aktiv, die von der Zertifizierungsstelle (CA) ausgestellt wurden. Neu können auch Umlautdomains mit Zertifikaten von Let’s Encrypt geschützt werden.

Kostenlose SSL-Zertifikate funktionieren neu auch mit Umlautdomains.

HTTPS wird zum neuen Standard

Das Ziel hinter Let’s Encrypt ist klar: Alle Verbindungen zu Websites zu verschlüsseln. Gute News: Wir sind auf dem besten Weg dazu, dieses Ziel zu erreichen. Am 13. Oktober wurden von Mozilla erstmals mehr Verbindungen zu HTTPS-Adressen als zu unverschlüsselten URLs gemessen. Auch die Chrome-Entwickler hatten kürzlich den gleichen Meilenstein vermeldet.

Mit der Version 56 und damit ab Januar 2017, werden in Chrome Seiten die Kreditkarten- oder Passwort-Formularfelder beinhalten explizit als unsicher markiert, wenn diese über eine unverschlüsselte Verbindung aufgerufen werden.

Ab Version 56 warnt Chrome vor unverschlüsselten Verbindungen zu Formularen. Quelle: Google Security Blog

Ab Version 56 warnt Chrome vor unverschlüsselten Verbindungen zu Formularen. Quelle: Google Security Blog

Letztendlich ist geplant, sämtliche unverschlüsselten Verbindungen mit dem Label «Unsicher» zu bezeichnen. Wann das der Fall sein wird, ist noch nicht bekannt. Statistiken zur Nutzung von SSL-Zertifikaten werden bei dieser Entscheidung sicherlich eine Rolle spielen.

Geplante Markierung von unsicheren HTTP-Verbindungen in Chrome. Quelle: Google Security Blog

Geplante Markierung von unsicheren HTTP-Verbindungen in Chrome. Quelle: Google Security Blog

Konkurrenz leistet sich Schnitzer

Let’s Encrypt war nicht die erste CA, die kostenlose SSL-Zertifikate anbot, könnte aber bald die einzige sein. Zwei Vorreiter, die Anbieter StartCom und WoSign mussten vor einigen Tagen eine herbe Niederlage einstecken. Zertifikate der beiden Anbieter, die nach dem 21. Oktober 2016 ausgestellt werden, werden in den Browsern Firefox 51 und Chrome 56 als nicht vertrauenswürdig eingestuft. Apple hat den Anbietern das Vertrauen ebenfalls entzogen und blockt deren Zertifikate auf macOS und iOS.

Was war passiert? WoSign hatte sich gleich mehrere Schnitzer geleistet. So hatte die CA Zertifikate für Domains ausgestellt, die der Antragssteller gar nicht unter Kontrolle hatte. Ausserdem hatte WoSign gleich auch noch den Anbieter StartCom übernommen, allerdings heimlich. Als das CA/Browser Forum, ein Zusammenschluss aus Browser-Herstellern und Zertifizierungsstellen, auf die Übernahme aufmerksam wurde, versuchte das Management diese Tatsache zu vertuschen. Beim CA/Browser Forum, das sich um die Standardisierung der Abläufe für Zertifizierungsstellen kümmert, kam das naturgemäss nicht gut an.

Umlautdomains jetzt auch sicher

Seit 20. Oktober unterstützt Let’s Encrypt internationalisierte Domainnamen. Diese sogenannten IDN-Domainnamen enthalten Sonderzeichen wie Umlaute oder Buchstaben aus nicht-lateinischen Sprachen. Damit können nun auch Adressen wie foobär.ch mit einem kostenlosen SSL-Zertifikat geschützt werden. Für die Top-Level-Domain .ch sind immerhin etwas mehr als 58’000 IDN-Domainamen registriert und machen damit knapp 3% aller registrierten .ch-Domains aus.

Haben Sie Ihr kostenloses SSL-Zertifikat schon aktiviert? Bei uns ist das mit einem Klick erledigt. Sie profitieren damit nicht nur von einer verschlüsselten Verbindung zu Ihren Websites, sondern dank automatisch aktivem HTTP/2-Protokoll auch von einer besseren Performance. Google bevorzugt ausserdem Websites, die über eine verschlüsselte Verbindung erreichbar sind.

Transparenzbericht 2016

Vor Kurzem haben wir über das neue Nachrichtendienstgesetz (NDG) abgestimmt und das Referendum gegen das revidierte Bundesgesetz betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF) ist knapp gescheitert. Die beiden neue Gesetze sind zwar noch nicht in Kraft. Doch bereits mit den heutigen Gesetzen ist es Behörden möglich, Metadaten oder Daten wie E-Mails bei Hosting-Providern anzufordern.

Transparenzbericht 2016

Unternehmen wie Google, Facebook oder Twitter veröffentlichen bereits seit Längerem Transparenzberichte. Mit unserem eigenen Transparenzbericht möchten wir Ihnen zeigen, wieviele Anfragen rechtlicher Natur wir erhalten haben und wie wir damit umgegangen sind.

Auskunftsersuchen von Behörden

Im Zeitraum 01.01.2016 – 30.09.2016 haben wir drei Auskunftsersuchen von staatlicher Stelle erhalten. Dabei handelte sich um Anfragen von den folgenden Behörden:

Behörde Typ
Staatsanwaltschaft BS Editionsverfügung (Art. 265 StPO): Inhalte E-Mail-Postfach
EJPD, ÜPF Rückwirkende Verkehrsdaten, Überwachung des Fernmeldeverkehrs (Art. 24b Bst. b VÜPF): Verbindungsdaten E-Mail
Kantonspolizei BE Auskunft über Kundendaten: Verdacht auf falsche Angaben in der WHOIS-Datenbank

Alle drei Gesuche waren gesetzeskonform und wir haben die gewünschten Daten geliefert.

Für uns als reinen Hosting-Anbieter gilt das aktuelle BÜPF nicht. Das heisst, wir sind nicht dazu verpflichtet, Verbindungsdaten 6 Monate aufzubewahren. Organisationsbedingt sind Verbindungsdaten zu Teilen in unseren Backups vorhanden. Wir reduzieren die Aufbewahrung solcher Daten auf ein für uns notwendiges Minimum und folgen dem Prinzip der Datensparsamkeit.

Anfragen zu unzulässigen Inhalten

Den grossen Teil von Anfragen rechtlicher Natur machen Meldungen von unzulässigen Inhalten aus. Diese Art Anfragen stammen in der Regel von Privatpersonen und Unternehmen und werden von uns nach dem Code of Conduct Hosting behandelt, den auch viele andere Schweizer Hosting-Anbieter anwenden. Wir haben im Zeitraum 01.01.2016 – 30.09.2016 zwölf Anfragen erhalten:

Anfragesteller

Anfragesteller Anzahl Anfragen
Privatperson 4
Unternehmen 7
staatliche Behörde 1

Land des Anfragestellers

Land Anzahl Anfragen
Schweiz 4
USA 4
Grossbritannien 1
Russland 1
Ukraine 1
Zypern 1

Rechtsgebiet

Rechtsgebiet Anzahl Anfragen
Urheberrecht 6
Markenrecht 4
Persönlichkeitsrecht 2

Verfahren nach Code of Conduct

Verfahren Anzahl Anfragen
Notice-and-Notice 8
Notice-and-Takedown 4

Jährlicher Transparenzbericht

Wir werden in Zukunft jährlich einen Transparenzbericht veröffentlichen, der die an uns gestellten Auskunftsersuchen und die Meldungen zu unzulässigen Inhalten dokumentiert.

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