WP-CLI: WordPress einfach auf der Kommandozeile verwalten

WP-CLI steht für «WordPress Command Line Interface». Mit dem Open-Source-Tool lässt sich eine WordPress-Installation komplett über die Kommandozeile verwalten. Das beginnt bei der Installation einer neuen WordPress-Website und hört dort noch lange nicht auf.

Wir zeigen Ihnen heute die Basics für das praktische Werkzeug. Erfahren Sie, wie man mit WP-CLI per Shell eine neue WordPress-Installation aufsetzt, WordPress aktualisiert, Plugins installiert oder Beiträge bearbeitet.

Mit WP-CLI WordPress einfach auf der Kommandozeile verwalten.

Mit WP-CLI WordPress einfach auf der Kommandozeile verwalten.

Sie nennen mehrere WordPress-Installationen Ihr Eigen? Dann kann Ihnen WP-CLI das Leben ungemein erleichtern. Mit WP-CLI lassen sich problemlos hunderte Installationen gleichzeitig vom eigenen Rechner aus verwalten, ohne dass Sie sich in jede einzelne Installation einloggen müssten. Ausserdem lässt sich WP-CLI mit Scripts erweitern und so zusätzlich automatisieren.

Voraussetzung SSH

Damit Sie WP-CLI nutzen können, muss Ihr Webhosting per SSH erreichbar sein. Ausserdem sollten Sie ein wenig mit der Arbeit auf der Konsole vertraut sein, da Änderungen in den meisten Fällen nicht rückgängig gemacht werden können.

Tipp: Alle unsere Angebote enthalten einen SSH-Zugang. In unserem Blogpost SSH: Ein mächtiges Werkzeug für Ihr Webhosting lernen Sie den Umgang mit der Kommandozeile.

Übersicht

WP-CLI bietet eine Menge Funktionen. Wir haben die wichtigsten für Sie zusammengetragen:

WP-CLI installieren

Damit WP-CLI genutzt werden kann, muss das Tool zuerst installiert werden. Dies lässt sich in wenigen Schritten erledigen. Wir empfehlen die folgende Methode:

Verbinden Sie sich als erstes per SSH zu Ihrem Webhosting und wechseln Sie mit dem Befehl cd ~ ins Home-Verzeichnis. Laden Sie dann WP-CLI auf Ihr Webhosting:

curl -O https://raw.githubusercontent.com/wp-cli/builds/gh-pages/phar/wp-cli.phar

Damit WP-CLI überall in Ihrer SSH-Session ausführbar ist, verschieben Sie das Programm ins Verzeichnis bin. Besteht das Verzeichnis noch nicht, legen Sie es mit dem Befehl mkdir bin an. Mit mv wp-cli.phar bin/wp verschieben Sie die Datei und benennen sie gleichzeitig in wp um. So ist das Programm später unter dem Befehl wp ansprechbar. Schlussendlich machen Sie die Datei mit chmod u+x bin/wp ausführbar.

Prüfen Sie nun mit wp --info, ob das Tool erfolgreich installiert wurde.

Sieht die Ausgabe etwa so aus, dann hat alles funktioniert:

PHP binary:     /opt/cyon/php55/usr/bin/php
PHP version:    5.5.30
php.ini used:   /opt/cyon/php55/etc/php-cli.ini
WP-CLI root dir:        phar://wp-cli.phar
WP-CLI global config:
WP-CLI project config:
WP-CLI version: 0.21.1

WP-CLI steht jetzt unter dem Befehl wp zur Verfügung.

Tab-Completion hinzufügen

Wer oft in einer Konsole arbeitet, schätzt die Funktion Tab-Completion. Mit der Tabulatortaste vervollständigt der Computer eingetippte Befehle automatisch oder liefert eine Liste mit Optionen, wenn mehrere Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Mit Tab-Completion arbeitet es sich nicht nur schneller, sie verhindert auch Tippfehler. Natürlich lässt sich WP-CLI ebenfalls mit einer Tab-Completion erweitern.

Installieren Sie die Funktion wie folgt ins Verzeichnis ~/.wp-cli:

Erstellen Sie das Verzeichnis mit mkdir ~/.wp-cli und wechseln Sie mit cd ~/.wp-cli in den soeben erstellten Ordner. Laden Sie mit

curl -O https://raw.githubusercontent.com/wp-cli/wp-cli/master/utils/wp-completion.bash

das passende Script herunter.

Fügen Sie die Funktion mit echo "source ~/.wp-cli/wp-completion.bash" >> ~/.bash_profile Ihrer .bash_profile hinzu. Damit die neue Konfiguration geladen wird, führen Sie source ~/.bash_profile aus.

Hat alles wie gewünscht funktioniert, liefert wp <TAB><TAB> eine Liste mit Optionen, die WP-CLI bietet.

WordPress installieren

Mit WP-CLI lässt sich WordPress (fast) ohne Browser installieren und die WordPress-Konfigurationsdatei direkt auf dem Webhosting generieren.

Als erstes muss die gewünschte Domain via my.cyon eingerichtet werden. Merken Sie sich das Zielverzeichnis der Domain, Sie benötigen es später wieder.

WordPress setzt ausserdem eine Datenbank voraus, welche Sie ebenfalls vorgängig im my.cyon-Konto erstellen. Der Datenbankname, -Benutzer und dessen Passwort werden später benötigt, um die Konfiguration auf dem Webhosting zu erstellen. Dann kann es mit WP-CLI losgehen.

Verbinden Sie sich mit dem Befehl ssh oliver@oliverorange.ch zum Webhosting. oliver@oliverorange.ch ersetzen Sie in diesem Fall mit Ihrem SSH-Benutzernamen.

Wechseln Sie mit cd ~/public_html/<installationspfad> in das Verzeichnis, das Sie zuvor für die gewünschte Domain definiert haben und laden Sie mit wp core download die aktuellste WordPress-Version auf Ihr Webhosting. Mit dem Parameter --version={Versionsnummer} lässt sich die WordPress-Version spezifizieren, falls gewünscht.

Jetzt befindet sich WordPress auf dem Webhosting und ist bereit für die Konfiguration. Der folgende Befehl erstellt die Datei wp-config.php:

wp core config --dbname={Datenbankname} --dbuser={Datenbankbenutzer} --dbpass={Passwort Datenbankbenutzer}

Ersetzen Sie dabei {Datenbankname}, {Datenbankbenutzer} und {Passwort Datenbankbenutzer} mit den Daten aus Ihrem my.cyon-Konto.

Anschliessend kann die Installation mit wp core install und den folgenden Parametern abgeschlossen werden:

  • url: Die Domain unter welcher WordPress erreichbar ist
  • title: Titel der Website
  • admin_user: Benutzername, mit welchem Sie sich ins Backend von WordPress einloggen
  • admin_password: Passwort für den Benutzer
  • admin_email: E-Mail-Adresse des Benutzers

Im Endeffekt sieht der benötigte Befehl folgendermassen aus:

wp core install --url={Ihre Domain} --title={Titel der Website} --admin_user={Benutzernamen} --admin_password={Passwort für Benutzer} --admin_email={E-Mailadresse}

Hat alles geklappt, meldet WP-CLI Success: WordPress installed successfully. und WordPress ist unter der konfigurierten Domain erreichbar.

Plugins installieren

Nebst dem WordPress-Core lassen sich mit WP-CLI auch Plugins komfortabel auf der Kommandozeile installieren. Wenn Sie nicht sicher sind, wie ein gewünschtes Plugin genau heisst, dann können Sie mit dem Befehl wp plugin search <Suchbegriff> in der Plugin-Datenbank suchen. Wir möchten in diesem Fall das beliebte SEO-Plugin von Yoast installieren. Mit wp plugin search yoast ist das Plugin schnell gefunden.

Success: Showing 10 of 280 plugins.
+---------------------------+----------------+--------+
| name                      | slug           | rating |
+---------------------------+----------------+--------+
| Yoast SEO                 | wordpress-seo  | 82     |
…

Merken Sie sich den «Slug» in der zweiten Spalte, der in diesem Fall wordpress-seo heisst.

Mit wp plugin install wordpress-seo ist das Plugin dann auch schon installiert, jedoch noch inaktiv.

Der Befehl wp plugin list fördert eine übersichtliche Tabelle mit allen installierten Plugins und deren Status zu Tage:

+----------------------+----------+-----------+---------+
| name                 | status   | update    | version |
+----------------------+----------+-----------+---------+
| akismet              | active   | none      | 3.1.7   |
| hello                | inactive | none      | 1.6     |
| wordpress-seo        | inactive | none      | 3.0.7   |
+----------------------+----------+-----------+---------+

Mit wp plugin activate wordpress-seo aktivieren Sie das soeben installierte Plugin.

Posts erstellen und bearbeiten

Nicht nur WordPress-Core und Plugins lassen sich mit WP-CLI installieren. Auch Posts können direkt auf der Kommandozeile erstellt und bearbeitet werden.

wp post create --post_status=publish --post_title="Erster Post von der CLI" --edit

erstellt einen neuen Post mit dem Titel «Erster Post von der CLI», publiziert ihn und öffnet automatisch den in der Shell definierten Editor, um den Post zu bearbeiten.

Eine Liste aller Posts generieren Sie mit wp post list. Die Liste enthält unter anderem die ID jedes Posts, mit der Sie gewünschte Posts über WP-CLI ansteuern können.

Der Befehl wp post edit 7 öffnet den Post mit der ID 7 im konfigurierten Editor (in unserem Fall vim).

Medien bearbeiten

Eine grosse Anzahl Medien wie Bilder lassen Sich in WordPress über das Webinterface nur mühsam bearbeiten. Mit WP-CLI bearbeiten Sie problemlos mehrere Bilder auf einen Schlag. So können Sie zum Beispiel mit dem Befehl wp media regenerate die Thumbnails sämtlicher Bilder neu generieren lassen.

Wenn Sie eine grosse Menge an Bildern in WordPress importieren möchten, bietet sich der folgende Befehl an: wp media import <Ordnername>. Er bewirkt, dass alle Dateien im angegebenen Ordner importiert werden.

WordPress aktualisieren

Eine WordPress-Installation will gewartet sein. Mit Hilfe von WP-CLI lässt sich eine Installation kinderleicht aktualisieren.
Die folgenden beiden Befehle aktualisieren die Installation und deren Datenbank:
wp core update
wp core update-db

Auch Plugins und Themes können mit jeweils einem Befehl auf den aktuellsten Stand gebracht werden:
wp plugin update --all
wp theme update --all

Die oben genannten Beispiele müssen jeweils pro Installation durchgeführt werden. Noch effizienter wäre es, wenn dies für alle WordPress-Installationen auf dem gleichen Server mit einem Script erledigt werden könnte. Das lässt sich mit diesem kleinen Bash-Script realisieren:

#!/bin/bash
declare -a sites=('/home/<account>/public_html/site1' '/home/<account>/public_html/site2' '/home/<account>/public_html/site3')
for site in "${sites[@]}";
do
    wp --path=$site core update
done

Tipp: Vor Updates empfiehlt es sich, ein Backup der Datenbank zu erstellen. Selbstverständlich lässt sich auch diese Aufgabe problemlos mit WP-CLI lösen.
wp db export backup.sql exportiert die Datenbank in die Datei backup.sql

Datenbankabfragen

Nicht nur Datenbankexporte lassen sich mit WP-CLI anfertigen. Auch der Import vonSQL-Dateien ist möglich. Der Befehl wp db import backup.sql importiert die Datei backup.sql und anschliessend lässt sich die Datenbank mit wp db optimize optimieren. Selbst Datenbankabfragen sind möglich. wp db query "SELECT id FROM wp_users;" gibt zum Beispiel alle User-IDs zurück.

Search & Replace

Um Zeichenketten zu suchen und zu ersetzen, kann man sich mit Plugins, Tools wie phpMyAdmin oder dem Absetzen von SQL-Befehlen behelfen. Natürlich hat WP-CLI auch für diese Aufgabe den passenden Befehl parat. Wenn die Entwicklung Ihrer WordPress-Website auf einem anderen Server stattgefunden hat, dann müssen nach dem Deployment auf dem produktiven Server die URLs angepasst werden. Oder Sie aktivieren ein SSL-Zertifikat und möchten alle URLs umschreiben, um Mixed Content zu verhindern. Mit folgendem Befehl ist diese Aufgabe in einem Schritt erledigt:

wp search-replace 'http://oliverorange.ch' 'https://oliverorange.ch'

Um eine Liste mit allen betroffenen Tabellen und Spalten zu erhalten, geben Sie einfach --dry-run als Parameter mit:

wp search-replace --dry-run 'http://oliverorange.ch' 'https://oliverorange.ch'

Integrierte Hilfe

Sie sehen also, WP-CLI ist mächtig. Zum Glück lässt sich für jeden möglichen Befehl eine Beschreibung anzeigen. Mit wp help <befehl> lässt sich der Hilfetext für den gewünschten Befehl aufrufen. So gibt wp help plugin die Möglichkeiten aus, die für das Kommando plugin bereitstehen:

NAME

  wp plugin

DESCRIPTION

  Manage plugins.

SYNOPSIS

  wp plugin <command>

SUBCOMMANDS

  activate          Activate a plugin.
  deactivate        Deactivate a plugin.
  delete            Delete plugin files.
  get               Get a plugin.
  install           Install a plugin.

...

Sämtliche Hilfetexte finden Sie ausserdem auf der Website von WP-CLI: wp-cli.org/commands.

Sackmesser unter den WordPress-Tools

WP-CLI kann einen grossen Mehrwert bringen, wenn gleich mehrere WordPress-Installationen verwaltet werden müssen. Ausserdem lassen sich mit dem Tool mühsame und sich oft wiederholende Aufgaben bequem mit einem Script automatisieren. WP-CLI bietet bereits eine mächtige Grundausstattung an möglichen Befehlen und lässt sich zusätzlich mit eigenen Befehlen erweitern. Nicht zuletzt können Funktionen wie wp search-replace sogar ganze Plugins ersetzen.

Wenn Sie noch mehr zu WP-CLI erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen diese Websites:

DDoS-Attacken: Angriff der Bots

Mit DDoS-Attacken legen Angreifer Websites und sogar ganze Netzwerke lahm. Mit der zunehmenden Verlagerung des privaten und geschäftlichen Lebens ins Netz gewinnen darum auch DDoS-Attacken immer mehr an Bedeutung. Wir erklären heute, was eine DDoS-Attacke ist, was wir dagegen unternehmen und an wen Sie sich im Ernstfall wenden können.

DDoS-Attacken, die Bots greifen an.

DDoS – Puppenspieler greifen an

Das Akronym DDoS kennen Sie vielleicht aus der einen oder anderen cyon-Statusmeldung. DDoS steht für den Begriff «Distributed Denial of Service» und bezeichnet eine Erweiterung eines «herkömmlichen» Denial of Service (DoS).

Übersetzt nennt man DoS etwa «Dienstblockade» oder «Dienstverweigerung». Eine DoS-Attacke soll also einen Dienst, wie zum Beispiel eine Website, unerreichbar machen. Geht eine DoS-Attacke noch von einem einzelnen Computer aus, sind in eine DDoS-Attacke mehrere Computer involviert. Wenn heutzutage von DoS-Attacken die Rede ist, handelt es sich in den meisten Fällen um DDoS-Attacken.

Angriffe von einzelnen, unvernetzten Computern (DoS-Attacken) lassen sich mit wenig technischem Aufwand abwehren. Ganz im Gegensatz zu DDoS-Angriffen, bei denen die Attacken von manchmal zehntausenden von Computern ausgehen und die sehr grosse Datenvolumen erreichen können.

DDoS-Angriffe gehen in der Regel von Botnetzen aus. Botnetze bestehen aus Computern, die sich dank zuvor eingeschleuster Malware von einem Botnetz-Operator steuern lassen. Der Operator kann die infizierten Geräte dabei wie ein Puppenspieler kontrollieren.

So entsteht ein Botnetz.

1 & 2: Ungeschützte Computer werden infiziert und in das Botnetz integriert. 3 & 4: Der Botnetzbetreiber verkauft Dienste, wie z.B. einen DDoS-Angriff.
(«How a botnet works» von Tom-b. Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Grösser, stärker, häufiger

DDoS-Attacken sind kein neues Phänomen. Auch unsere Infrastruktur ist immer wieder Ziel von solchen Angriffen, die sich in der Art und dem Umfang stark unterscheiden können. Mit einem ganzen Arsenal an Gegenmassnahmen lassen sich die verschiedenen Angriffsarten bekämpfen: So können wir den Zugang über bestimmte Protokolle und Ports sperren, gewissen IP-Adressbereichen den Zugriff verwehren, die Anzahl Zugriffe pro IP-Adresse begrenzen oder Anfragen aufgrund ungültiger Header-Informationen ablehnen.

In letzter Zeit verzeichnen wir nicht nur einen Anstieg an Angriffen, die Attacken besitzen ausserdem zunehmende Schlagkraft, generieren also mehr Datenverkehr als in der Vergangenheit. Das kriegten leider auch unsere Kunden zu spüren, als zeitweise unser gesamten Netz aufgrund von Attacken nicht oder nur schlecht erreichbar war. Für uns war dies das Signal, zusätzliche Abwehrmechanismen einzubauen.

Seit Ende Dezember ist unser Netzwerk darum durch ein sogenanntes Scrubbing-Center geschützt. Es säubert im Ernstfall den kompletten Datenverkehr von «bösen» Anfragen und wird aktiviert, wenn Angriffe Volumen erreichen, die unsere Netzanbindungen überlasten. Dank dem Scrubbing-Center stellen auch DDoS-Attacken mit sehr grossen Datenvolumen keine Probleme für unser Netzwerk mehr dar.

Motive der Angreifer

Die Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes (MELANI) sieht drei Hauptmotive hinter DDoS-Attacken:

Die Motivation hinter solchen DDoS-Attacken sind meistens politischer Aktivismus, Erpressung oder Schädigung eines Konkurrenten.


— Quelle: Melde- und Analysestelle Informationssicherung MELANI

DDoS-Attacken mit dem Motiv Erpressung werden in der Regel schriftlich vom Angreifer angekündigt, parallel wird eine «Kostprobe» eines Angriffs geboten und die Zielwebsite für kurze Zeit lahmgelegt. Das geforderte Schutzgeld soll an eine Bitcoin-Adresse überwiesen werden. Bleibt die Zahlung aus, droht ein paar Tage später ein länger dauernder Angriff.

DDoS-Attacken können abgewehrt werden

Drohen Ihnen Kriminelle mit einem Angriff auf Ihre Website? Nehmen Sie solche Erpresserschreiben ernst. Leider ist es heute mit wenig finanziellem Aufwand möglich, schlagkräftige DDoS-Angriffe in Auftrag geben. Lassen Sie sich jedoch nicht einschüchtern und zahlen Sie das verlangte Schutzgeld in keinem Fall. Wenden Sie sich an uns bzw. den Hosting-Provider Ihrer Website und melden Sie die Erpressung der Meldestelle MELANI. DDoS-Attacken können abgewehrt werden und auch der Rechtsweg ist nicht aussichtlos. Gerade diese Woche wurde bekannt, dass im vergangenen Dezember mögliche Drahtzieher hinter dem DDoS-Erpresser-Ring DD4BC (DDoS for Bitcoin) festgenommen wurden.

Domain-Sharding: Eine Technik die Sie 2016 vergessen können

2016 wird dank kostenlosen SSL-Zertifikaten das Jahr von HTTP/2. Zumindest bei Hostinganbietern die HTTP/2 bereits unterstützen ;) Eine der Techniken, die HTTP/2 obsolet macht, nennt sich Domain-Sharding. Wir zeigen Ihnen heute, was Domain-Sharding ist und warum Sie die Technik aus Ihrer Webentwickler-Trickkiste verbannen können.

HTTP/2 ist die neuste Version des «Hypertext Transfer Protocol», merzt Schwächen der Vorgängerversion HTTP/1.1 aus und wird von vielen Browsern bereits unterstützt. Einen Überblick zum Thema erhalten Sie in unserem Blogpost zu HTTP/2.

Was ist Domain-Sharding?

«Shards» ist das englische Wort für Bruchstücke oder Scherben. Domain-Sharding bedeutet, dass auf einer Website eingebundene Inhalte auf mehrere Hostnamen aufgeteilt werden.

Die Anzahl Verbindungen, die ein moderner Browser parallel zu einem Hostnamen öffnet, ist im Durchschnitt auf sechs begrenzt. Gleichzeitig sind für die Darstellung einer durchschnittlichen Website aber mittlerweile 100 Requests nötig. Und für jeden dieser Requests baut der Browser über HTTP/1.1 eine neue Verbindung auf. Die Folge: Verbindungen werden in eine Warteschlange verbannt, bis eine der bereits benutzten Verbindungen wieder frei ist. Die aufgerufene Website lädt langsamer.

Um dieses Problem zu umgehen, haben sich Webentwickler bis anhin mit Domain-Sharding beholfen. Denn mit der Technik kann die Verbindungslimitierung in Browsern ausgehebelt werden. Browser bauen die Verbindungen, dank unterschiedlichen Hostnamen, parallel auf.

Download von Dateien mit und ohne Domain-Sharding.

Download von Dateien mit und ohne Domain-Sharding.

Darum wird Domain-Sharding verschwinden

Mit HTTP/1.1 bringt Domain-Sharding Geschwindigkeitsvorteile, keine Frage. Kommt HTTP/2 zum Einsatz, ist Domain-Sharding jedoch kontraproduktiv und wird zum Anti-Pattern:

  • Aufgrund der verschiedenen Limiten in Browsern gibt es nicht die ideale Anzahl Shards. Die Folge: Verlorene Datenpakete, die nochmals gesendet werden müssen, die wiederum die Leitungen mit unnötigem Datenverkehr verstopfen.
  • Jede Verbindung die aufgebaut wird kostet Rechenzeit, Arbeitsspeicher und dergleichen.
  • Jede einzelne Verbindung konkurriert mit anderen Verbindungen um Bandbreite.
  • Domain-Sharding verkompliziert den Code von Websites und Applikationen.
  • Domain-Sharding verhindert die Ressourcenpriorisierung und Flow-Control, die in HTTP/2 eingebaut sind.
  • Die Vorteile, die durch die komprimierten Kopfzeilen (Header) in HTTP/2 erzielt werden, gehen verloren.

HTTP/2 verbindet

Noch beträgt die Unterstützung von HTTP/2 in Browsern keine 100% und je nach Zielpublikum kann es noch eine Weile dauern, bis die eingesetzten Browser auf modernere Versionen aktualisiert werden. Auch daran haben die HTTP/2-Entwickler gedacht. HTTP/2 kann nämlich Verbindungen zusammenführen, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind:
1. Das eingesetzte SSL-Zertifikat beinhaltet die Hostnamen der verschiedenen Shards.
2. Die Shards zeigen auf die gleiche IP-Adresse.

HTTP/2 korrigiert Domain-Sharding automatisch.

HTTP/2 korrigiert Domain-Sharding automatisch. (Quelle: Ilya Grigorik)

In den meisten Fällen sind diese zwei Voraussetzungen automatisch erfüllt. Wenn Sie unsere kostenlosen SSL-Zertifikate von Let’s Encrypt für Ihre Domain aktiviert haben und die Subdomains auf das gleiche Verzeichnis zeigen, beinhaltet das SSL-Zertifikat automatisch alle passenden Hostnamen.

Domain-Sharding ja oder nein?

Die meisten Experten empfehlen, Ressourcen nicht auf mehr als zwei Hostnamen zu verteilen. Ein kleiner Test zeigt, warum:

Google Chrome öffnet pro Domain maximal sechs Verbindungen. Die Anzahl aller gleichzeitiger offenen Verbindungen (also über mehrere Hostnamen) beträgt zehn. Eine Verteilung auf drei Shards macht deshalb wenig Sinn, weil der Browser erst gar nicht die über zwei Shards möglichen zwölf Verbindungen aufbaut.

Google Chrome öffnet maximal zehn gleichzeitige Verbindungen.

Google Chrome öffnet maximal zehn gleichzeitige Verbindungen.

Unser Tipp: Prüfen Sie in den Statistiken Ihrer Website, welche Browser Ihre Besucher nutzen. Entscheiden Sie dann, ob die Unterstützung von Performance-Tricks wie Domain-Sharding überhaupt noch nötig ist. Wenn Sie das Beste aus HTTP/1.1 und HTTP/2 herausholen möchten, verwenden Sie nicht mehr als zwei Shards und achten Sie darauf, ob das genutzte SSL-Zertifikat alle Hostnamen der Shards beinhaltet.

Neues Jahr, neue Domains: .swiss und drei weitere Domainendungen starten im Januar

Am 11. Januar ist es soweit. Die Schweizer Domainendung .swiss gelangt in den öffentlichen Verkauf. Vorerst sind Domainnamen mit der Endung .swiss juristischen Personen vorbehalten. Ausserdem werden .swiss-Domains erst nach einer 20-tägigen Wartefrist zugeteilt. Die brennendsten Fragen zu .swiss beantworten wir in unserem Supportcenter. Vorbestellungen für Ihre .swiss-Wunschdomain nehmen wir bereits jetzt entgegen.

Mit .family, .vin und .wine werden neben .swiss noch drei weitere Domainendungen im Laufe des Januars verfügbar sein. Die Startdaten finden Sie in unserer Übersicht:

11.01.2016

Domain CHF EUR USD GBP
.swiss 119.90 119.90 134.90 78.90

20.01.2016

Domain CHF EUR USD GBP
.family 39.90 39.90 41.90 25.90

27.01.2016

Domain CHF EUR USD GBP
.vin 59.90 59.90 61.90 37.90
.wine 59.90 59.90 61.90 37.90

Wichtige Hinweise

Alle Preise gelten für eine Vertragsdauer von einem Jahr. Preisänderungen und Irrtum sind vorbehalten. Der verbindliche Preis wird Ihnen während einer Bestellung angezeigt.

Am angegebenen Datum beginnt die sogenannte General Availability-Phase, in der die Domains frei registriert werden können. Die meisten Domains werden um 17:00 Uhr Schweizer Zeit (CET) aktiviert. Die genaue Uhrzeit wird Ihnen am Tag der Verfügbarkeit auf unserer Domainseite angezeigt.

Bei der Registrierung gilt das Prinzip «First come – first served». Zögern Sie also nicht, Ihre Lieblings-Domains gleich ab Verfügbarkeit zu registrieren, bevor jemand anderes schneller ist.

15 Höhepunkte im cyon-Jahr 2015

36’534 Stunden haben wir dieses Jahr für Sie gearbeitet. Umgerechnet sind das 16,7 Jahre. Was wir während dieser Zeit alles gemacht haben, zeigen wir Ihnen in unserem Jahresrückblick:

  • Während 4.4% unserer Arbeitszeit haben wir mit Ihnen telefoniert. In 16’749 einzelnen Gesprächen. Für Sie kostenlos über unsere 0800er-Nummer.
  • Und wir haben Ihnen geschrieben. 42’348-mal. In 8 von 10 Fällen fanden Sie unsere Antwort super. In einem Fall okay. Und nach 10% der Antworten mussten wir nochmal ran. Denn wir geben nicht auf, bis Ihr Kontakt mit uns ein schönes Erlebnis war.

Mehr Sicherheit

  • Einer der ganz grossen Höhepunkte durften wir vor wenigen Wochen feiern: Seit dem 03. Dezember gibt es kostenlose SSL-Zertifikate für alle Ihre Websites. Für den Einsatz von HTTPS gibt es viele gute Gründe. Bereits über 6’000 Websites haben aufgerüstet und sind über eine verschlüsselte Verbindung erreichbar. Und das ist erst der Anfang.
  • Für ruhigere Nächte sorgt unser automatisches Schliessen von Sicherheitslücken. Einmal mehr eindrücklich demonstriert an der Schwachstelle von Joomla, die vor einigen Tagen aufgetaucht ist. Über 2’000-mal war diese Lücke auf unseren Kundenwebsites zu finden. Binnen Stunden wurde die Lücke auf allen betroffenen Websites automatisch und unbemerkt geschlossen.
  • Mit FTPS steht Ihnen neben SFTP eine weitere verschlüsselte Verbindungsmethode zur Verfügung, um Daten sicher auf Ihr Webhosting zu laden.
  • Dank unserem zentralen Authentifizerungsserver, verbinden sich E-Mailprogramme noch einfacher über eine sichere Verbindung zu Ihren E-Mail-Postfächern.

Mehr Geschwindigkeit

Nebst Sicherheit sticht das Thema Geschwindigkeit in diesem Jahr als weiterer Schwerpunkt hervor. Auf das Ergebnis sind wir zugegebenermassen ziemlich stolz: Wir haben aus Ihren Websites wahre Boliden gemacht.

  • Der Start machte Anfang Jahr ein neuer Webserver sowie eine neue PHP-Architektur, mit welcher wir Ihre Websites um bis den Faktor vier beschleunigten.
  • Die neue PHP-Architektur bot nun die Möglichkeit den Cache OPCache flächendeckend zu aktivieren. Resultat: Bis zu 2x schnellere Websites.
  • Seit August können Sie Ihre Websites mit PHP 7 ausliefern lassen. Wieder liegen Temposteigerungen um den Faktor drei drin.
  • Auch HTTP/2 haben wir für Sie verfügbar gemacht. Der neue Standard ersetzt seinen 16 Jahre alten Vorgänger und macht Ihrer Website weiter Dampf.
  • Wer damit noch nicht genug hat, kann seinen Websites dank unseren überarbeiten Paketen bis zu 3x mehr CPU-Leistung zur Verfügung stellen.

Kurzum: Ihre Websites sind, was die Geschwindigkeit angeht, kaum wiederzuerkennen.

Noch mehr Mehr

  • Haben Sie dieses Jahr eine E-Mailadresse eingerichtet? Dann kennen Sie möglicherweise unseren E-Mailzauberer schon, der für Sie die Einrichtung des E-Mailprogramms übernimmt. Vielleicht hat sich Ihr E-Mailprogramm aber auch wie von Geisterhand selbst eingerichtet. Auch dahinter steckt unser E-Mailzauberer.

  • Liebhaber der Kommandozeile kommen nun bei allen unseren Hosting-Angeboten auf ihre Kosten: Wir haben SSH für alle aktiviert.

  • Die Qual der Wahl hat, wer sich eine neue Domain zulegen will. Die Anzahl an verfügbaren Domainendungen ist um 87 Stück auf über 300 gestiegen, mit dabei auch .swiss.

  • Wer lieber etwas testet, bevor eine neue Domain aktiv geschaltet wird, kann das mit den neuen Preview-Domains noch eleganter tun.

  • Dank automatischem Einsortieren von Spam in den Junk-Ordner und der Vereinheitlichung von Verzeichnissen für die verschiedensten E-Mailprogramme haben wir ein wenig mehr Ordnung in Ihren Posteingang gebracht.

  • Und nicht zuletzt dank erweiterten Plus-Adressen sind Ihre E-Mailkonten mächtig wie nie. Der oft angekündigte Untergang von E-Mail dürfte damit auch 2016 noch nicht eingeläutet werden.

Wir blicken auf unsere Höhepunkte im vergangenen Jahr.
Das waren sie also, die Höhepunkte aus diesem Jahr. Wir freuen uns, wenn wir auch im kommenden Jahr wieder unser Bestes für Sie geben dürfen und so Ihr Leben hoffentlich etwas leichter machen können.

Bis dahin wünschen wir Ihnen genussvolle Tage, einen guten Rutsch und sagen zum Schluss: Danke für Ihr Vertrauen!

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