Bastelanleitung für ein Status Board

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Gleich wenn man unser Büro betritt, schweift das Auge auf unser prominentes Status Board (Blogpost hier), dank welchem wir unsere wichtigsten Kennzahlen immer im Blick haben.

Im Zuge der neuen Büroeinrichtung haben wir auch das Status Board verbessert und eine elegante Lösung gefunden. Unsere Erfahrungen teilen wir gerne in dieser Bastelanleitung.

Dabei geht es um das Drumherum – wer noch keinen Inhalt für ein Status Board hat, findet nebst den in unserem letzten Blogpost erwähnten Geckoboard und Ducksboard inzwischen reichlich Alternativen. netnode beispielsweise hat kürzlich eine Liste zusammengestellt.

status-board-overview

Prominenter Blickfänger im Eingangbereich: Das fertige Status Board.

Die Einkaufsliste

  • 1x Raspberry Pi Typ B
    Z.B. bei digitec für CHF 55 oder Amazon für EUR 40.49.

  • 1x WLAN USB Adapter Edimax EW-7811UN
    Z.B. bei Amazon für EUR 10.50.

  • 1x kurzes HDMI-Kabel
    Z.B. bei Amazon für EUR 3.95.

  • 1x kurzes USB-Kabel 2.0 Typ A zu Micro 2.0
    Z.B. bei digitec für CHF 6 oder Amazon für EUR 3.05.

  • 1x schnelle SD-Karte 16 GB
    Z.B. bei Amazon für EUR 11.80.

  • 1x Flachbildfernseher mit USB- und HDMI-Anschluss.
    Wir haben einen 46″ Samsung, der inzwischen bereits nicht mehr im Verkauf ist. Eine Alternative wäre z.B. der Samsung UE46F6500, der bei digitec aktuell CHF 899 kostet.

  • 1x Wandhalterung für den TV.
    Wir haben die B-Tech BTTR110B, welche ebenfalls nicht mehr lieferbar ist. Eine Alternative wäre z.B. die Sanus LL11, die bei digitec CHF 89 oder bei Amazon EUR 61.16 kostet.

  • Optional: 1x Gehäuse für den Raspberry Pi
    Z.B. TEK-BERRY bei Amazon für EUR 8.95.

Je nachdem wo man was einkauft beläuft sich das Total auf ca. CHF 1284 – CHF 1304, von allfälligen Transportkosten abgesehen.

Die Montage

Ein Raspberry Pi ist ein klitzekleiner Computer im Kreditkartenformat und ein wahrer Alleskönner. Dank seiner Grösse kann er mühelos hinter dem Fernseher versteckt werden, wo sich auch gleich alle benötigten Kabel verstauen lassen: Er erhält seinen Strom via USB-Kabel direkt vom Fernseher (womit kein Netzteil mehr nötig ist) und speist über ein HDMI-Kabel mit vollen 1920 x 1080 Pixeln ein Bild zurück auf den Schirm.

Für den Zugang ins Internet sorgt der WLAN USB Adapter, die SD-Karte bietet Platz für ein Betriebssystem und das Gehäuse schützt vor Staub.

status-board-detail-small

Der Raspberry Pi lässt sich unsichtbar hinter dem Bildschirm verstauen.

Die Software

Als Betriebssystem kommt bei uns Raspbian zum Einsatz, eine angepasste Version von Debian. Es gibt ein pfannenfertiges Image zum herunterladen. Wie man das Image auf die SD-Karte kopiert, verrät diese Anleitung.

Will man nach dem Start des Raspberry Pi nun automatisch den Browser Chromium im Vollbildmodus laden und eine bestimmte Website öffnen, reichen ein paar Zeilen in der Konsole (Quelle):

sudo apt-get update && apt-get upgrade -y
sudo apt-get install chromium x11-xserver-utils unclutter

Dann muss noch die Datei „/etc/xdg/lxsession/LXDE/autostart“ bearbeitet werden. Bei uns sieht sie so aus:

@lxpanel --profile LXDE
@pcmanfm --desktop --profile LXDE
#@xscreensaver -no-splash
@xset s off
@xset -dpms
@xset s noblank
@chromium --kiosk --incognito https://url-zur-gewuenschten-website.tld

Und los geht’s

Schaltet man nun den Fernseher über die Fernbedienung (oder auch Sprachsteuerung) ein, erhält der Raspberry Pi Strom und beginnt zu booten. Nach rund zwei Minuten ist die gewünschte Website geladen.

Will man sich nicht um das Ausschalten kümmern, gibt es auch einen guten Trick. Tippt man „crontab -e“ und fügt folgende Zeile ein, schaltet sich der Raspberry Pi automatisch um 19:00 Uhr aus:

0 19 * * * sudo shutdown -h now

Konfiguriert man nun noch den Fernseher so, dass er sich selbst ausknipst, wenn er kein Signal mehr empfängt, muss man sich nicht einmal mehr um das Ausschalten des Fernsehers kümmern. Eine stromsparende und wartungsfreie Lösung ist geboren.

Fazit

Wir haben das neue Setup nun schon einige Monate im Einsatz und sind wunderbar glücklich damit.

Wer sein eigenes Status Board vorstellen möchte oder sonst noch gute Tipps und Tricks auf Lager hat, kann dafür gerne die Kommentarfunktion nutzen.

14 Kommentare

  1. Super!
    Ganz für einen ähnlichen Zweck (Darstellung von Werbeslides) habe ich auch einen Raspberry Pi verwendet – läuft auch toll.

    Danke fürs Teilen!

  2. Ziemlich genial! Gratulation. Ich habe ein ähnliches Projekt zu Hause: Ein grosser Bildschirm bei dem unsere letzten Fotos von der gleichen Smugmug Galerie laufen. Nicht ganz so schöne wie bei Euch realisiert aber immerhin. Anstelle des Raspberry werkelt ein uraltes HP Mini Note, das mal rumlag. Vorteil: Ich kann dort direkt auch mal was einstellen.

  3. Wieso benutzt ihr nicht einfach den Webbrowser des Smart-TVs?
    Für was braucht es den PI ?

    • Es gab ein paar Gründe:

      1) Der interne Browser ist langsam und unhandlich. Ein richtiger Vollbildmodus fehlt und wir fanden partout keinen Weg, mit der Onscreen-Tastatur ein / in die Adresszeile einzugeben.

      2) Nach meinem Wissen lässt sich das automatische Starten des Browsers und Aufrufen einer bestimmten URL nicht automatisieren.

      3) Ein Raspberry Pi ist cool ;)

  4. Wie macht Ihr das mit dem ausblenden des Mauszeigers?

  5. Die Idee ist gut!
    Ich will damit den Google-Kalender, das Wetter und noch eine frei gestaltbare Textfläche als tägliche Firmeninfo auf den Schirm bringen. Gibt es eine Cromium-fähige Webseiten-Vorlage oder ein Beispiel, wie man soetwas auf dem Web-Server für die Pi-Anzeige bereit stellt?
    Vielen Dank!

  6. Also der Google-Kalender läuft mit Chromium gemäss Beschreibung (ohne –incognito um die Kalendereinstellungen zu behalten). Nun finde ich Eure Lösung mit dem abendlichen shutdown zu Bediener-intensiv (dafür etwas stromsparender). Deshalb habe ich nach einer Lösung gesucht, um das Ein- und Auschalten des Bildschirms zu automatisieren.
    Abschalten des HDMI-Bildschirms geht (Standby):
    tvservice -o
    Was (noch?) nicht funktioniert ist der der Befehl
    tvservice -p
    um den Bildschirm wieder anzuschalten. Da aber der Bildschirm nach dem booten kommt, behelfe ich mir mit folgenden /etc/crontab Einträgen:
    45 06 * * 1-5 init 6
    15 18 * * 1-5 tvservice -o
    Um den Bildschirm um 18:15 an Werktagen auszuschalten und um 6:45 an Werktagen anzuschalten. Ich habe den Pi auf 700MHz getaktet, damit er nur einmal bootet – sonst ist er möglicherweise in der gleichen Minute wieder da und bootet nochmals.

    Was leider auch (noch) nicht geht: Chromium mit definierter Fenstergrösse zu starten (jedenfalls wird bei mir die Option –app-window-size ignoriert), damit man mehrere Fenster nebeneinander anorden kann.

    (Übrigens für Betriebe, bei denen nicht alle sich über weitere Bildschirme freuen: Der erste billige TV-Screen hatte mit HDMI-Mode verschattete Schrift. Ein (noch billigerer) kleinerer PC_Monitor mit HDMI erfüllt seinen Dienst als „Augenweide“.)

  7. Hallo Leute

    Coole Sache, wollte nun meinen Bastel Pi auch für ein Display einsetzen. Aber ich bin anscheinend zu doof das Autostart File zu bearbeiten.

    Ich schaffe es das File zu bearbeiten, aber nicht das Org. zu überschreiben. Womit habt Ihr das gemacht?

    • Ev. hast du das sudo vergessen? Geht es mit „sudo vim /etc/xdg/lxsession/LXDE/autostart“ (oder sonst einem Editor) nicht?

  8. Hallo,
    habe auch lange damit gebastelt, ist ne super Sache. Einziger Problem: Die Bildschirmauflösung/Qulität ist katastrophal (Schatten bei Schrift, manchmal sogar unleserich wie in den 80″). Gibt es da ein Lösung um wirklich HDMI Auflösung/Qulität zu bekommen? habe mit tvservice die Einstellungen zu ändernr probiert. Bringt nichts.

    • Hallo Andre,

      wir haben unser Statusboard seit über einem Jahr nicht mehr verändert und allfällige Tricks und Kniffs sind mir nicht mehr geläufig. Somit muss ich Dich leider auf Google oder entsprechende Foren verweisen. Inzwischen hat sich ja auch Einiges getan, es gibt neue Betriebssysteme für den Raspberry Pi etc.

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