Selbstgehostete Dropbox-Alternative mit AeroFS

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Die jüngsten Enthüllungen um die Spionierfreude der USA lassen ein getrübtes Licht auf Dienste wie Dropbox scheinen. Mittlerweile gibt es aber einige Alternativen zum sehr praktischen Cloud-Speicherdienst. Eine davon nennt sich AeroFS.
AeroFS auf einem Geekserver von cyon

Verschlüsselte Kommunikation

Bei AeroFS handelt es sich zwar um einen Dienst im Abomodell, dieser bietet aber selbst keinen Speicherplatz und kann dementsprechend Ihre Daten auch nicht einsehen. AeroFS stellt die Technologie zur verschlüsselten Übertragung bereit und bietet eine komfortable Verwaltung der einzelnen Clients. So ist AeroFS auch ohne zentralen Datenserver nutzbar, in diesem Fall werden die Daten einfach unter den einzelnen Computern geteilt. Sofern diese online sind.

AeroFS Team Server

Für einen wirklich funktionierenden Dateiaustausch in Teams ist es unumgänglich, einen zentralen, permanent erreichbaren Server zu betreiben, der sämtliche Dateiänderungen mit den Mitgliedern des Teams synchronisiert. Bei Dropbox übernehmen diese Aufgabe im Hintergrund die Server von Dropbox bzw. Amazon, die bekanntermassen in den USA stehen und so US-amerikanischem Recht unterliegen.

Mit Hilfe eines Geekservers und AeroFS lässt sich dieses letzte Puzzleteil ebenfalls in die Schweiz verlagern. AeroFS stellt dazu die Team Server-Software zur Verfügung, die unter anderem auch unter Linux genutzt werden kann. Innerhalb weniger Minuten steht so ein zentraler Datenspeicher zur Verfügung, der über einen verschlüsselten Kanal mit den einzelnen Clients kommuniziert.

Hinweis: Wir haben das Geekserver-Angebot per Ende Juli 2017 eingestellt.

Team Server installieren

Als Voraussetzung dient einer unserer Geekserver mit Ubuntu als Betriebssystem und natürlich ein kostenloses Konto bei AeroFS. Mit folgendem Befehl laden Sie die Team Server-Software auf Ihren Geekserver:
$ wget https://dsy5cjk52fz4a.cloudfront.net/aerofsts-installer.deb

Danach lässt sich mit folgendem Befehl die Software installieren:
$ sudo dpkg -i aerofsts-installer.deb

und entsprechende Abhängigkeiten nachsynchronisieren:
$ sudo apt-get install -f

Nun steht AeroFS zur Erstkonfiguration bereit und wird mit dem Befehl
$ aerofsts-cli
aufgerufen. Tragen Sie noch die benötigten Zugangsdaten ein, das war’s. Ihr Geekserver ist jetzt ein Datenserver.

Damit bei einem Neustart Ihres Geekservers auch der AeroFS-Dienst gestartet wird, tragen Sie zum Schluss folgenden Befehl in die Datei /etc/rc.local ein:
screen -dmS AeroFS /usr/local/bin/aerofs/aerofsts-cli

(Quelle: linux-community.de)

Update vom 25.07.2013
Unsere Anleitung beschreibt die Installation unter dem root-Benutzer. Sicherer ist es, wenn der Dienst unter einem eigens dafür angelegten Benutzer ausgeführt wird. Auf memus.de findet sich dazu eine tolle Anleitung.

Fazit

AeroFS bietet bereits die wichtigsten Features, die auch Dropbox im Angebot hat. Trotzdem ist deutlich spürbar, dass Dropbox schon ein Stückchen weiter ist. So fehlen bei AeroFS noch die Apps für die gängigen mobilen Betriebssysteme oder eine Web-Oberfläche, mit der sich Dateien von Unterwegs teilen lassen. Alles in allem ist AeroFS aber ein gute Alternative für jeden datenschutzbewussten Benutzer, der Wert auf eine einfache Bedienung legt.

7 Kommentare

  1. Wir nutzen AeroFS hier seit etwa einem halben Jahr und hatten Anfangs Probleme mit Dateiverlusten. Mittlerweile scheint das Problem aber behoben zu sein. Trotzdem ist ein Backup wärmstens zu empfehlen, weil man im Fall der Fälle nicht so einfach wie bei Dropbox ältere Dateiversionen wiederherstellen kann. Die Funktion dafür existiert aber, jedoch konnte ich sie noch nicht gross testen. Eine App für Android existiert übrigens, für IOS weiss ich es nicht.

  2. Ich werde trotz Sicherheitsbedenken bei Dropbox bleiben, vor allem weil es wirklich schnell und problemlos funktioniert. Selbstverständlich vertraue ich Dropbox keine sehr wichtigen Daten an (z.B. Buchhaltung, Korrespondenz) aber für mein Bilderarchiv im smartphonegerechten Kleinformat, PDF-Bedienungsanleitungen usw. ist es ideal. So habe ich alle diese Dinge auch jederzeit auf meinen Smartphones unterwegs zur Verfügung.

    Das wichtigste und beste an Dropbox ist, dass nur veränderte Daten übertragen werden und es deshalb besonders schnell ist. Das haben andere. ähnliche Dienste leider nicht und sind mir deshalb zu langsam.

    Wichtige Daten bleiben selbstverständlich weiterhin auf meinem eigenen NAS-Server.

    Schön wäre es natürlich, wenn Cyon einen Dropbox-Clone anbieten würde. Dann wären die Daten in der Schweiz und wenn mit Verschlüsselung (ab PC) wäre das echt genial. Gratis müsste das natürlich nicht sein (ist ja Drobox für mich auch nicht, da ich mehrere GB brauche)

    • Dropbox ist ein super Tool, das ich auch aus meinem Alltag nicht mehr wegdenken kann. AeroFS ist ja erst kürzlich der Beta-Phase entwachsen, ich bin gespannt was da noch kommt.

      Einen cyon-Dropbox-Clone wird es, zumindest in naher Zukunft, nicht geben. Dazu liegt diese Thematik zu weit ausserhalb unseres Fokus. Ausschliessen soll man aber bekanntlich nichts ;)

  3. Hm, was ist mit ownCloud? Für mich eine ideale Dropbox-Alternative, die ich im Moment privat nutze. http://owncloud.org/

    • Mich hat ownCloud im Test nicht so überzeugt. Aber ja, ownCloud wäre natürlich auch eine Alternative zu Dropbox die sich wunderbar auf einem unserer Geekserver installieren lässt.

  4. Und was ist mit iCloud bzw. mit den Macianern? Ich habe Familienmitglieder in den USA und sollte in grösserem Umfang regelmässig Bildmaterial und vertrauliche Infos rübersenden? Rad zurückschrauben und den versiegelten Postweg wählen oder den bewaffneten Kurier senden?
    Und was tun die Nutzer, wenn Software inskünftig nur noch über eine löcherige Cloud benutzt werden kann?
    Niemand will zum Cloud-Thema wirklich verlässliche Hinweise liefern. Absolut sichere , nictht knackbare Datenübertragung scheint aber ein sehr zukunftsträchtiges Unternehmerfeld zu sein, zumindest außerhalb der USA und ihren Erpressungen. RUDOLF

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