5 Gründe, warum ein Flat-File-CMS die bessere Wahl als WordPress und Co. sein kann

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Vor einiger Zeit haben wir Ihnen drei Flat-File-CMSe vorgestellt. Aber warum sollte man überhaupt ein Flat-File-CMS einsetzen? Wir haben fünf Gründe zusammengetragen, die für den Vorzug gegenüber herkömmlichen, datenbankbasierten Content-Management-Systemen sprechen.

Ein Flat-File-CMS wie Grav ist blitzschnell installiert.

Ein Flat-File-CMS wie Grav ist blitzschnell installiert.

1. Geschwindigkeit

Mit Systemen, die nur auf Dateien basieren, muss der Webserver nicht auf Inhalte aus einer Datenbank warten. Das macht die meisten Flat-File-Systeme von Haus aus schneller als ihre datenbankbasierten Pendants. Nicht verwunderlich, dass die besten Caching-Lösungen für WordPress und Co. im Grunde nichts anderes machen, als statische Dateien aus den Datenbankinhalten zu generieren.

2. Sicherheit

Mit fehlender Datenbank fällt auch ein verbreiteter Angriffsvektor weg: SQL-Injections. Das kann ein Sicherheitsvorteil gegenüber datenbankbasierten Systemen sein. Schlussendlich kommt es aber hier auf die Codequalität eines Systems an, egal ob dieses datei- oder datenbankbasiert ist.

Flat-File-Systeme sind ausserdem noch lange nicht so verbreitet wie z.B. die Top-5-CMS unserer Kunden. Deshalb sind keine grossangelegten Angriffe auf Flat-File-CMSe zu erwarten – zumindest vorerst.

3. Einfaches Setup, auch lokal

Zugegeben, auf einem unserer Webhosting-Pakete ist es dank dem Scriptcenter kinderleicht, datenbankbasierte Systeme zu installieren. Lokal sieht die Sache anders aus. Zwar existieren Tools, die es einem einfach machen, ein Entwicklungssetup aufzubauen. Aber wer schonmal datenbankbasierte Systeme lokal aufgesetzt und das System dann auf ein Webhosting kopiert hat, weiss wie kompliziert diese Aufgabe sein kann.

Mit einem Flat-File-CMS müssen lediglich die Dateien des Systems auf ein Webhosting kopiert werden. Das Hantieren mit Datenbanken und Einstellungen entfällt.

4. Versionskontrolle und Backups

Ohne den Faktor Datenbank lässt sich eine Website viel einfacher per Git verwalten. Dem Kunden gefällt die neuste Version des Designs nicht? Eine Änderung erzeugt Fehler? Springen Sie einfach einen Commit zurück.

Backups lassen sich ebenfalls problemlos erstellen. Laden Sie das komplette Verzeichnis, in welchem sich Ihr Flat-File-CMS befindet, einfach per FTP herunter. Zudem lässt sich dieser Vorgang bestens automatisieren.

5. Simplizität

Verglichen mit den alteingesessenen Content-Management-Systemen sind Flat-File-CMSe weniger komplex und bieten einen beschränkteren Funktionsumfang. Damit sind sie zwar nicht für jeden Einsatzzweck geeignet. Für gefühlte 95% aller privaten und KMU-Websites reichen die Funktionen eines Flat-File-Systems allerdings völlig.

Welches Flat-File-CMS ist das richtige für mich?

Haben wir Ihr Interesse an einem Flat-File-CMS geweckt? Dann brauchen Sie jetzt nur noch das passende System zu wählen. Auf flatphile.co und in dieser Liste bei GitHub finden Sie eine grosse Auswahl an Content-Management-Systemen, die ohne Datenbank auskommen.

Mir persönlich hat es zurzeit das System Grav angetan, wie so oft ist das aber reine Geschmackssache. Falls Sie ganz generell auf der Suche nach einem alternativen System zu WordPress und Co. sind, finden Sie in unserem Blogbeitrag 5 Content-Management-Systeme, die Sie vielleicht noch nicht kennen weitere Inspiration. Viel Spass beim Testen :)

17 Kommentare

  1. Und der Kunde kann sowas auch selber aktualisieren? Oder ist das dann wieder so wie früher: ständiges hin und her mit ftp?

    • Hi Bea, für Grav (und auch andere Flat-File-Systeme) sind Admin-Plugins erhältlich, mit denen sich die Inhalte auch via Browser bearbeiten lassen.

  2. Sali Philipp, danke für die prompte Anwort. Dann werde ich mir sowas bei Gelegenheit mal anschauen :-) Und schon hab ich wieder was gelernt :-D

  3. Unbedingt auch Kirby http://getkirby.com anschauen.

    Das CMS, die Dokumentation und das Forum https://forum.getkirby.com/
    sind sehr zu empfehlen!!!

  4. Hallo Philipp – Hättest du ggf. eine Statistik/Zahlen wieviele Kunden von cyon tatsächlich bereits jetzt schon Flat-File-CMSe verwenden?

    • Hi Marc, bis jetzt haben wir dazu keine Statistiken erstellt. Ich schaue, ob wir da kurzfristig Zahlen generieren können.

  5. Neben Grav und Kirby (das leider etwas teuer ist) unbedingt auch zu erwähnen:

    das neue Flat File CMS Bludit
    http://www.bludit.com

    und der etwas in die Jahre gekommen Klassiker GetSimple CMS
    http://get-simple.info

    Eigentlich wollte ich auch auf Pulse CMS hinweisen, doch dessen Zukunft scheint ungewiss zu sein:

    http://www.pulsecms.com

    • Danke für die Tipps, Edi.

    • Bei Bludit schaue ich auch ganz genau hin. Verschiedene Auftritte mit Pulse habe ich schon realisiert. Bei beiden Systemen sind Kenntnisse von HTML und CSS mehr als nur hilfreich. Es lassen sich responsive Seiten bauen, welche unglaublich schnell sind, weil sie auf den ganzen Overload von angeblichen „Standards“ verzichten. Natürlich existieren nicht Tausende von Plugins, dafür ist man buchstäblich auf der sicheren Seite, was SQL-Angriffe betrifft.

  6. War Frontpage von Microsoft auch ein solches Flatfile System? Noch verwalte ich meine Page mit Frontpage, alles lokal auf dem PC und dann mit WSFTP synchronisieren. Welches Produkte würde sich denn am besten eignen um Frontpage, das ja doch schon sehr alt ist abzulösen? Was mit bei Frontpage sehr gut gefällt, ist die einfache Verwaltung des Aufbaus und simples drag and drop von Seiten innerhalb des Auftrittes. Ich will keinen Blog sondern eine mehrheitlich statische WEB Seite betreiben.
    Vielen Dank für Tipps.

    • Hallo Ernst, danke für Deinen Kommentar. Ich würde ein Flat-File-CMS eher in die Ecke von Systemen wie WordPress, Joomla und Co. stellen. Mit dem Unterschied, dass eben keine Datenbank benötigt wird. Für die Ablösung von Frontpage kann ich Dir so etwas wie Siquando Web empfehlen.

    • Auch ich arbeite bei einem Hersteller ähnlich des Web2date-Nachfolgers (ich sage nicht bei welchem ;-)

      Im Gegensatz zu Systemen wie Frontpage nimmt Dir ein so genanntes „Desktop CMS“ u.a. ab, dass der komplette Rahmen um Deine einzelnen Seiten (also das Layout, die Menü-Struktur, usw.) immer einheitlich ist.

      Für einfacher Szenarien würde ich deshalb ein Desktop CMS empfehlen. Wenn es um die verteilte, gleichzeitige Bearbeitung von Inhalten geht, tendiere ich stark zu einem Web-basierten System.

  7. Also ich kann Grav nur empfehlen. Nutze es seit paar Monaten und bin sehr zufrieden.

  8. Ich habe typemill, herby, flatcore, grav-admin, pico, mdwiki, getsimple, htmly, bludit als Ersatz für einen WordPress blog getestet. Das Ergebnis ist enttäuschend. Obwohl das die üblichen empfohlenen flatfile Projekte sind, die alle Welt bejubelt, sind sie kein wirklicher Ersatz für einen Blog. Wenn man nach den Projekt Beschreibungen geht, reden die Verantwortlichen dann auch immer nur von ‚einfacher Webseiten- Erstellung‘ – und das ist eben kein blog.
    Miese Auswahl an Themes (und die wenigsten responsive), Kategorie und tags Verwaltung meistens Asche, einige machen dann doch nicht (einfaches) markdown, sondern dann xml oder json Kram, Such- plugins funktionieren nicht, plugin- Auswahl miserabel, die Erfassung im Index von google ist fraglich, weil es bei manchen keine brauchbare URL gibt, Bild oder Galerie- Verwaltung ist ein Armutszeugnis, keine vernünftigen Update- Funktionen (außer der Hinweis, Admina muss ja nur einen Ordner umbenenne und den neuen entpacken. Wenn updaten so einfach ist, warum kann keiner einen entsprechenden composer Aufruf einprogrammieren?)…
    Und so weiter. Also nochmal: einen Blog(!) mit flatfile ist (momentan) nicht möglich. Aktuell teste ich noch mit typemill, aber dann kann ich Blog aufgeben – weil meine Überschriften zu lang wären.
    Grüße aus Frankfurt.

  9. Finde auch das flatfile-basierende CMS-Systeme gut sind, allleine schon wegen der Geschwindigkeit: dieses hier z.B. http://www.cmseinfach.de holt beim Speedtest um die 90 Punke. Deshalb für „kleinere“ Seiten sind diese System einfach nur toll, wobei die Dinger mit Homepages bis zu 1000 Seiten ohne weiteres klarkommen. Dieses CMS ist auch ein Klassiker, bietet alles was man so braucht, inkl. Kontaktformular: http://www.cmsimple-xh.org/de/
    Und bludit.com läuft auch sehr gut, wurde oben schon erwähnt, es muss ja nicht immer WordPress sein.

  10. Ich bin gelernter Mediendesigner und absolut kein Programmierfreak. Als Alternative zu dem intuitiven und vor Möglichkeit strotzenden WordPress nehme ich den Pate aller Flatfile-Systeme: CMSimple Version XH. Es lässt sich kinderleicht auf xampp installieren (lokaler Server und Testumgebung) und von dort kinderleicht per ftp in den Webspace schieben. Das Look and Feel, das gesamte Handling ist übersichtlich und sehr einfach. Das System wurde von einem Dänen entwickelt und wird von Deutschen Entwicklern fortgeführt. Das Backend wirkt sehr aufgeräumt und der gefühlte Sprung von Backend zu Frontend ist minimal, da selbst im Adminbereich Teile des Site-Layouts sichtbar bleiben. Templates und Erweiterungen lassen sich kinderleicht in die jeweiligen Ordner schieben und das Switchen zum neuen Template_Layout geht sekundenschnell. Das CSS und HTmL der gesamten Seite lässt sich direkt in der Seite editieren. So werden spezifische Änderungen schnell umgesetzt. Natürlich gibt es für Standardänderungen Einen WYSIWYG Editor den man wahlweise durch einen anderen (als Erweiterung) ersetzen kann. Die Seitenverwaltung und Ordnerverwaltung ist ähnlich intuitiv wie in Windows. Meine Frage: warum taucht das mit fünf Sternen ausgezeichnete System (bei Heise-Online) hier nicht in der Bewertung auf?

  11. Ich glaube, man kann gar nicht so pauschal sagen, ob Flat File oder Datenbank besser ist. Ich denke, es hängt alles sehr stark von der Qualität der Quellcodes ab.

    Beim datenbankgestützten WordPress hatte ich nie gravierende Schwierigkeiten, mit concrete5 hingegen mehrmals massive Probleme, sowohl mit der Datenbank als auch mit dem exzessiv eingesetzen JavaScript-Zeug.

    Bei den datenbanklosen Flat-File-Systemen ist es ähnlich. Manche Content-Management-Systeme werden ständig weiterentwickelt und laufen stabil, wie etwa Bludit, andere wiederum werden anscheinend nur nach Lust und Laune verbessert und der Support durch den Programmierer ist schlecht, und die Community ist, sagen wir mal, nicht besonders rege.

    Ein Vorteil der datenbanklosen Systeme ist auf jeden Fall die leichte Datensicherung – Content-Dateien auf den lokalen PC laden und im Schadensfall einfach wieder per FTP auf den Server laden. Wer sich schon einmal mit einer korrupten Datenbank herumschlagen musste, wird das wohl zu schätzen wissen. Und, wie schon von anderen Kommentatoren erwähnt, kann es natürlich auch keine SQL-Injections geben, die ja häufig bei datenbankgestützten CMS vorkommen.

    Meine derzeitigen Flat-File-Favoriten sind Bludit und Grav. Ganz gut finde ich auch noch Typesetter. CMS ohne Admin-Backend sind für web-affine Leute gut, für normale Kunden sicherlich nicht, etwa TextPress, Phile oder Pico.

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