Meet: Kostenlose Online-Meetings sind ein voller Erfolg

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Am 26. März 2020 haben wir als Reaktion auf die Corona-Krise spontan die auf der Open-Source-Software «Jitsi» basierende Videokonferenzlösung Meet lanciert. Mit «Meet» lassen sich kostenlos und ohne Softwareinstallation direkt im Browser Video-Meetings durchführen. Nach drei Wochen Betrieb zeigt sich: Das Angebot wird fleissig genutzt.

Kostenlose Online-Meetings kommen an.

Zeit also für ein paar Zahlen: In den vergangenen drei Wochen wurden bereits ganze 5039 Online-Meetings über unser «Meet» durchgeführt. Dabei wurden 6.6 Terabyte an Daten generiert, die zwischen unseren Servern und den Teilnehmern hin- und herflossen. Die bisherige Rekordzahl an Teilnehmern verzeichneten wir am 15. April 2020, wo total 79 Teilnehmer in 14 Meetings gleichzeitig online waren. Zusammengezählt haben die Teilnehmenden damit bereits über 10 Wochen in Online-Meetings auf meet.cyon.tools verbracht.

Statistiken zu meet.cyon.tools.

Grafana: Statistiken für meet.cyon.tools.

Jitsi-Welle überrollt (nicht nur) die Schweiz

Als wir vor drei Wochen mit unserem «Meet»-Projekt loslegten, war das Angebot an «Jitsi»-Instanzen in der Schweiz noch sehr übersichtlich. Die Stiftung SWITCH hatte bereits für einige Hochschulen Instanzen im Einsatz und machte diese auch für die breite Öffentlichkeit verfügbar. Wir fanden die Idee klasse und dachten: Das müssen wir auch machen. Gesagt, getan.

Im Mittelpunkt des Projekts stand für uns, dass wir aus geschäftlicher Sicht nicht direkt von der Corona-Krise betroffen waren und darum im Rahmen unserer Möglichkeiten einen sinnvollen Beitrag als Unterstützung für Andere leisten können. Indem wir «Meet», unsere technische Infrastruktur und unsere Netzanbindung zur Verfügung stellen, können wir mithelfen, den aufgekommenen grossen Bedarf an Online-Konferenztools zu decken. Gleichzeitig bieten wir auch eine datenschutzfreundliche Alternative zu den bekannten kommerziellen Tools.

Inzwischen zeigt sich, dass die Idee ganz offensichtlich eine regelrechte Welle ausgelöst hat. Viele andere Anbieter, ob kommerziell oder nicht, begannen ihrerseits «Jitsi»-Instanzen auf ihrer Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Und das freut uns sehr. Einen guten Überblick über die auf der ganzen Welt verteilten Jitsi-Installationen findet sich im Github-Repo des Jitsi-Projekts.

Boom beflügelt die Weiterentwicklung

Klar: «Meet» beziehungsweise die zu Grunde liegende Open-Source-Software «Jitsi» hat noch ein paar kleine Mängel. So funktioniert das Video-Conferencing nicht mit jedem Browser gleich gut, gerade mit Firefox kommt es immer wieder zu Schwierigkeiten. Hintergrund ist die WebRTC-Technologie, die von Firefox noch nicht vollständig unterstützt wird. Das soll gemäss den Browser-Entwicklern aber bald der Vergangenheit angehören:

Auch an der End-to-End-Verschlüsselung von Jitsi wird weiter gearbeitet. Zwar ist der Datenverkehr zwischen Browser und unserem Server schon jetzt verschlüsselt, auf dem Server selbst liegen die Daten für einen kurzen Moment jedoch unverschlüsselt vor. Sowohl die Jitsi- als auch Chrome-Entwickler arbeiten aber bereits daran, eine End-to-End-Verschlüsselung zu ermöglichen. So oder so: Es zeigt sich einmal mehr, dass es nicht ganz unwichtig ist, einen vertrauenswürdigen Anbieter zu wählen.

11 Kommentare

  1. Danke für dieses coole Tool. Haben schon das eine oder andere Meeting über eure Infrastruktur laufen gehabt. Das wichtigste am ganzen finde ich das man sowohl als Veranstalter, als auch als Teilnehmer nichts installieren muss. Vor allem bei Teilnehmern die nicht unbedingt Technik Erfahrung haben führt das unter Umständen zu Problemen.

    • Vielen Dank für Deine Rückmeldung, Sergey. Die Einfachheit von Jitsi in der Bedienung hat uns ebenfalls überzeugt.

  2. Wir haben meet.cyon.tools getestet. Das Tool finden wir super. Wir waren aber nicht sehr begeistert von der Übertragungs-Qualität. Wir haben aber den Firefox Browser im Einsatz. Euer Artikel zeigt mir, dass das ein Problem gewesen sein könnte… Wir sollten dem ganzen also nochmals eine Chance geben!

  3. Das technische Konzept gefällt und überzeugt. Jitsi ist portable SW; jeder mit den nötigen Ressourcen und Know-how kann seine z.B. firmeneigene Umgebung betreiben. Eine weltweite, zentrale und datensammelnde Krake ist damit ausgeschlossen.Alle bisher gehörten Echos waren verblüfft ob der Einfachheit im Gebrauch. Dabei hilft, dass keine SW-Installationen nötig sind. Bei den Schwierigkeiten/Fehlern oder Einschrönkungen der Browser wird es ja gewiss noch Verbesserungen geben.

    • Die Browser-Hersteller haben die Zeichen der Zeit erkannt und arbeiten verstärkt an ihren WebRTC-Implementationen. Der Boom von Jitsi dürfte dabei eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben :)

  4. Dankeschön das ihr einen öffentlichen Server eingerichtet habt. Was für einen Server setzt ihr eigentlich ein für 79 Teilnehmer in 14 Meetings ein? Ist es nur einer oder habt ihr mehrere Videobridges?

    • Hey Tobias, uns reicht da momentan ein einziger Server für die Videobridge. Die Maschine ist zurzeit mit 8 CPUs und 32 GB RAM ausgestattet und kann bei Bedarf skaliert werden.

  5. Vielen Dank!
    Ich würde mich ja freuen, wenn Ihr dies auch nach Corona weiter laufen lässt, von mir aus auch nur für Kunden ;-)

  6. Super, vielen lieben Dank :-)

    Ist es (oder wird es) möglich, eine eigene Subdomäne zu verwenden?
    So dass ich meine Kunden auf meet.meinedomäne.ch verweisen kann?

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