Die QR-Rechnung in ihrer ganzen Pracht ist da

Lukas Mäglin
Autor:
Lukas Mäglin
Kategorie:
in Über cyon
Veröffentlicht am 23. June 2021

Letzten Juli haben wir darüber berichtet: Seit dem 30. Juni 2020 ist die QR-Rechnung als offizielle Zahlalternative zum klassischen orangen Einzahlungsschein (ESR) zugelassen. Seither ist fast ein Jahr verstrichen, ohne dass man im Alltag die QR-Rechnung allzu oft zu Gesicht bekommen hätte. Unserer Kundschaft stellten wir im September 2020 eine QR-ESR-Hybrid-Rechnung zur Verfügung, weil wir einerseits noch viel altes Rechnungspapier übrig hatten und andererseits etwas zuwarten wollten, bis die gröbsten Kinderkrankheiten der neuen Zahlmethode ausgemerzt und die Apps der Zahldienstleister parat waren.

Dieser Übergangszeit setzten wir ein Jahr nach der Lancierung der «Swiss QR-Bill» und zusammen mit dem Launch unserer neuen Website ein Ende. Verdienter Ruhestand für den guten alten orangen Einzahlungsschein.

Die QR-Rechnung ist da.

Die dringlichsten Unsicherheiten mit dem neuen Zahlverfahren möchten wir hier nun adressieren.

Dasselbe in weiss oder doch besser?

Pauschal lässt sich sagen: Die QR-Rechnung nimmt keinerlei alte Funktionen weg, sie fügt lediglich neue hinzu. Dahinter steckt aber, abgesehen vom QR-Code, eine sehr ähnliche Logik wie beim alten orangen Einzahlungsschein. Neu zwar in unspektakulärem Weiss, aber Druckerfarbe sparen kann nie schaden.

Aber was verändert sich eigentlich, abgesehen von der Farbe, für dich? Hier kommt die lang ersehnte Übersicht sämtlicher Zahlmöglichkeiten von «klassisch» bis «modern».

Du zahlst gerne am Schalter?

Dann ändert sich für dich nichts. Zahlteil abtrennen und am Postschalter oder Einzahlautomat einlesen lassen. Fertig. Auch Zahlungsaufträge kannst du weiterhin per Post an deine Bank senden, falls sie diesen Service anbietet.

Du magst E-Banking?

Dann ändert sich für dich fast nichts. Die Zahlung per Konto- plus Referenznummer funktioniert praktisch identisch, mit der Ausnahme, dass die alte Kontonummer (oder genauer gesagt «ESR-Teilnahmenummer») durch die neue QR-IBAN ersetzt wurde.

Diese lässt sich, wie jede andere Kontonummer, ganz normal nutzen und ändert somit nichts Wesentliches am Zahlprozess.

E-Banking funktioniert übrigens auch per QR-Code. Wie? Eine Möglichkeit ist, diesen per Webcam zu scannen. Erhält man die Rechnung allerdings nur in digitaler Form als PDF, muss man sich mit einem Zweitgerät behelfen. So öffnen z.B. viele Leute die Rechnung per Smartphone und halten den dort enthaltenen QR-Code dann so vor die Webcam. Da dies zugegeben etwas umständlich ist, gibt es von diversen Banken die Option, das Rechnungs-PDF direkt vom Computer hochzuladen. Der QR-Code wird dann im Hintergrund automatisch ausgelesen, ohne dass du etwas davon merkst.

Bei Postfinance sieht diese Eingabemaske zum Beispiel so aus:

Eingabemaske Postfinance «Zahlung erfassen»

Eingabemaske Postfinance «Rechnung scannen»

Du setzt auf Mobile-Banking?

Dann kommst du mit dem neuen QR-Zahlteil voll auf deine Kosten. Natürlich kannst du die QR-IBAN und die Referenznummer auch weiterhin von Hand abtippen, aber wer macht das schon gerne? Wenn schon mobile, dann auch schnell bitte! Heisst soviel wie: Mobile-Banking-App öffnen, Code Scannen, bestätigen, fertig.

Im Swiss-QR-Code sind alle zahlungsrelevanten Daten der Rechnung enthalten. Das heisst, du musst weder Referenz- noch Kontonummer eintippen. Selbst der Betrag ist bereits voreingefüllt. Und im Gegensatz zum automatischen Scannen der orangen Einzahlungsscheine, was viele Apps ebenfalls anbieten, ist das Scannen eines QR-Codes wesentlich schneller, weniger anfällig auf Lese- oder Druckfehler und funktioniert auch bei mässigen Lichtverhältnissen sehr gut. Auch lassen sich QR-Codes wesentlich schlechter manipulieren als lesbare Referenzzeilen und erhöhen damit die Sicherheit.

Ist die QR-IBAN «international»?

Die Namensverwandtschaft mit der «International Bank Account Number» ist im Zusammenhang mit der QR-IBAN etwas irreführend. Vom Aufbau her ist die QR-IBAN eine gültige IBAN nach ISO-13616-Standard. Im Gegensatz zur IBAN ist sie allerdings nicht für den internationalen Zahlungsverkehr gedacht. Zahlungen ausländischer Finanzinstitute werden somit nicht unterstützt. Dies macht auch durchaus Sinn, da das System mit der Schweizer Referenznummer kein internationaler Standard ist.

Schon gewusst?

Die damalige PTT («Post-, Telefon- und Telegrafenbetriebe», heute «Die Post») führten das «Verfahren Einzahlungsschein mit Referenznummer» (VESR) mit einem blauen Einzahlungsschein 1971 ein. Diese «Pionierleistung» ermöglichte erstmals eine vollautomatisierte Verarbeitung der Zahlungen. Seit 1996 heisst die Dienstleistung «ESR» und kommt in orangen und roten Einzahlungsscheinen daher. Nach 26 Jahren wird nun auch dieses Verfahren durch die neue QR-Rechnung abgelöst, deren QR-Code an den europäisch standardisierten EPC-QR-Code angelehnt ist.

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3 Kommentare

Stefan Trüb
Stefan Trüb 30. June 2021 um 12:06

Ich bezahle ja immer mit PayPal, was auch sehr einfach und schnell ist, würde aber ebenfalls eine Bezahlmöglichkeit mit eBill vorziehen…

Robert Sahler
Robert Sahler 26. June 2021 um 08:06

Hallo zusammen

Ist von euch auch die Einführung von „eBill-Rechnungen“ angedacht?

Ich nutze diese Funktion, wo immer es angeboten wird, sehr gerne. Das lästige abtippen von Daten oder das – wie auch von euch beschriebene, umständliche – abscannen eines QR-Codes bei Rechnungen per Mail entfällt gänzlich.
Und nachdem ich ja weiss, was für Rechnungen ich erwarte, muss ich mich mit einer „Dauerfreigabe bis Betrag x“ sogar um gar nichts mehr kümmern :-)

Rolf Wilhelm
Rolf Wilhelm 29. June 2021 um 17:06

Ich hätte auch gerne eBill – ist für die Empfänger wirklich die bequemste Methode.
Erzeugt leider ähnlich wie eine Kreditkartenzahlung Gebühren beim Rechnungssteller.