Flat-File-CMS: Datenbank überflüssig

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Wenn über Content-Management-Systeme (CMS) auf PHP-Basis diskutiert wird, sind dies in der Regel Systeme, die auf eine MySQL-Datenbank zugreifen. Doch es geht auch anders. Sogenannte Flat-File-CMS verzichten auf eine Datenbank, Inhalte und Konfigurationen werden ausschliesslich in Textdateien gespeichert.

Meist zeichnen sich diese Flat-File-CMS durch eine sehr einfache Bedienung aus und nutzen zum Teil die Verzeichnisstruktur, um den Seitenbaum zu generieren. Oft wird Markdown als Auszeichnungssprache verwendet, was die Bearbeitung von Texten sehr komfortabel gestaltet. Wir stellen Ihnen heute drei solche Flat-File-CMS kurz vor:

Statamic

Statamic - The friendliest CMS you’ll ever meet.
Statamic bietet Funktionen wie flexible Taxonomien, einstellbare Nutzerberechtigungen und ist in 13 verschiedenen Sprachen verfügbar.

Ausserdem bietet Statamic ein eigenes Control Panel, mit dem sich die Inhalte Ihrer Website bequem im Browser verwalten lassen.

Systemvoraussetzung: PHP 5.3+
Kostenpunkt: $29 für eine private Website
Website: statamic.com

Kirby

Kirby is a file-based cms
Die Struktur einer Kirby-Website wird durch Verzeichnisse und Dateien generiert und ist dadurch äusserst flexibel. Alternativ lässt sich Ihre Website aber auch über das Kirby-Panel im Browser verwalten.

Als ganz spezielles Schmankerl bietet Kirby eine Dropbox-Integration (bei uns mit einem Geekserver möglich), was ein FTP-Programm für die Aktualisierung der Dateien überflüssig macht.

Hinweis: Wir haben das Geekserver-Angebot per Ende Juli 2017 eingestellt.

Systemvoraussetzung: PHP 5.2+
Kostenpunkt: €30 pro Website (kommerziell oder privat)
Website: getkirby.com

Pico

A stupidly simple & blazing fast, flat file CMS
Pico zeichnet sich als absolutes Minimal-System aus, kann aber über Plugins um weitere Funktionen erweitert werden. Ähnlich zu Kirby erfolgt der Aufbau der Website mit Hilfe von Verzeichnissen und Dateien.

Dank einer Open-Source-Lizenz kann Pico auch selbst weiterentwickelt werden und steht kostenlos zur Verfügung.

Systemvoraussetzung: PHP 5.2.4+
Kostenpunkt: kostenlos, MIT-Lizenz
Website: pico.dev7studios.com

Fazit

Auch bei Flat-File-CMS gibt es Unterschiede in den Ansätzen wie eine Website aufgebaut wird und wie viel Funktionalität von Haus aus bei einem System dabei ist. Wer die Einfachheit von Markdown-Texten mag und sich nicht mit komplizierten Systemen herumschlagen möchte, liegt mit einem Flat-File-CMS garantiert richtig.

Haben Sie schon Erfahrungen mit einem der oben genannten Systeme gesammelt?

28 Kommentare

  1. Ich nutze schon seit längerem Kirby auf meiner Seite. Es lässt sich sehr flexibel einsetzen und bietet Plugins für verschiedenste Anwendungsfälle (z.B RSS Feeds). Zudem kann man es einfach herunterladen und ausprobieren, bevor man sich eine Lizenz kauft, was ich an sich ganz sympathisch finde.

    • Merci Simon, ich hatte auf Deinen Kommentar gehofft :). Wir testen Kirby zur Zeit auch als Ersatz für unser Mediawiki und sind von der Bedienung angetan.

      • suche schon länger eine alternative zu unserem dokuwiki. kirby wäre auch für uns interessant als ersatz, gerade mit dropbox – haben aber leider keinen geekserver :(

  2. Ich habe ein paar Websites mit PulsePro umgesetzt. Es ist supersimpel und hat ein Blog- und Bildergalerie-Modul. Für Projekte, die mehrheitlich statische Inhalte haben ist das ideal, da muss nicht bei jedem Seitenabruf eine Datenbankverbindung aufgebaut, Query gemacht, Antwort verarbeitet und eine HTML-Seite draus gebaut werden.
    Für einen Blog halte ich aber ein Flat-File-CMS die falsche Wahl, denn gerade dort hat man Inhalte, die über verschiedene Wege abrufbar sein sollen (je nach dem ob man z.B. über Tags, oder über die Zeitachse auf Inhalte zugreift). Aber für die Website vom lokalen Gewerbler ist ein Flat-File-CMS oft genau richtig. Einfach zu implementieren, einfach zu lernen und in jeder Weise ausbaubar.

  3. Diese kleinen CMS verfolgen meist durchwegs interessante und coole Ansätze. Ob Datenbank oder Flat File ist für mich eigentlich zweitranging, was ich bei diesen Systemen (wie auch bei vielen bekannten Geschwistern) in der Regel vermisse ist eine native Unterstützung der Mehrsprachigkeit, also ohne irgend eine aufgepfropfte Plug-in oder Modul Lösung die früher oder später Probleme bereitet.

    Den Amerikanern ist das egal, ich weiss – aber hier in der Schweiz (vor allem nahe der Sprachgrenze) muss eine Website in der Regel mindestens zweisprachig sein. Wäre interessant, CMS mal unter diesem Gesichtspunkt zu vergleichen.

    • Das Problem bei der Mehrsprachigkeit ist allerdings, dass es einfach ein pain in the ass zum Umsetzen ist. Und zwar gewaltig. Und je mehr Sprachen, desto schlimmer.

    • Ich benutze ganz einfach Joomla!, dies ist für viele Sprachen erhältlich, und damit lässt sich auch leichte eine mehrsprachige Seite aufbauen….
      Dieses CMS ist jedoch DB-basiert.

      Hier noch eine einfache Joomla!-Seite welche zweisprachig aufgebaut ist:
      http://www.corale-winterthur.ch

    • @Kurt

      Ich habe zwei Seiten mit Craftcms umgesetzt. Die Multilanguagefähigkeiten (Ohne Plugin) finde ich schwer beeindruckend.

  4. Freut mich sehr, dass ihr Kirby in eurem Artikel erwähnt habt!!
    Zur Mehrsprachigkeit: Kirby’s Panel ist bisher in 12 Sprachen übersetzt und Mehrsprachigkeit fürs Frontend ist ohne Plugin direkt umsetzbar.

  5. Wer es noch simpler möchte kann sich einmal Jekyll und Octopress anschauen. Es handelt sich dabei um einen statischen Seiten/Blog Generator. Die Seiten können bei Bedarf auch kostenlos auf GitHub Pages gehosted werden.

  6. Ich setzte nun schon bei verschiedenen Seite das Flat-File-CMS GetSimple (http://get-simple.info) ein. Bin sehr zufrieden damit. Templates lassen sich sehr einfach anpassen, Gibt einige Interessante Plugins, einfaches Backend und eine gute Community.

    Kann es voll und ganz Empfehlen.

  7. Für solche Fälle verwende ich CMSimple_XH. Supersimpel, auch im Backend. Mehrsprachigkeit und ein versionierter Backup ist bereits dabei. Ist open source und wird seit über 10 Jahren laufend weiterentwickelt.

    • Vielen Dank für die Info, Manu. Habe mir CMS Simple heruntergeladen und werde dies mal testen. Habe durchaus Bedarf für ein Flat CMSystem, scheint mir ideal für den Aufbau kleiner Seiten.

  8. Habt ihr schon mal Concrete5 ausprobiert? Erfahrungen gemacht? Das wurde mir von einem Graphikbüro empfohlen.

    • Ich hatte Concrete5 vor Kurzem mal getestet. Hat mir einen simplen und soliden Eindruck gemacht.
      Da dieses in unserem Scriptcenter vorhanden ist, kannst Du es mit wenigen Mausklicks über das my.cyon installieren und ausprobieren.

  9. Ich habe mir Pico mal näher angesehen. Leider ist die Dokumentation dazu sehr mangelhaft, was das erarbeiten eines eigenen PlugIns sehr umständlich macht. Schade. Vielleicht später mal. :) Ansonsten gefällt mir die Arbeit mit Markdown um die Seiten zu erstellen. Einfacher geht es kaum…

  10. Habe vor kurzer Zeit auch damit angefangen, für kleine Seiten Flat-file CMS Systeme einzusetzen.
    Keine Kopfschmerzen mehr wegen Backup und Sicherheitslücken, weil man einfach alles nochmals überspielen kann.

  11. Bin vor ein paar Tagen über http://www.getherbie.org gestolpert. Doku komplett in Deutsch, modern programmiert und aus Basel. Macht einen guten Eindruck. Überleg mir, ob ich das für meine neue Website nutzen soll…

    • Danke für den Tipp. Die Website sieht vielversprechend aus. Dass der Entwickler aus der Region Basel stammt, macht das System natürlich gleich doppelt interessant :)

  12. gpEasy ist einfach schnell und genial:
    – inline editing
    – versionierung
    – genialer dateimanager
    – einfaches themplatesystem
    – menü drag&drop
    – viele plugins
    – usw.

  13. Ich setze für kleinere Projekte Statamic ein. Am liebsten arbeite ich aber ganz ohne ein CMS. Es gibt nichts besseres als ein sauberes HTML/CSS Dokument!

  14. Ich habe jetzt eine Weile mit Weebly herumexperimentiert und bin aus verschiedenen Gruenden nicht zufrieden:
    – kontinuierliche Lizenzgebuehren
    – eine Reihe Javascripts, die ueber dritte Server eingebunden werden
    – manchmal ist es recht muehsam, das Layout zu erreichen, das man moechte
    – kein undo (!)
    – die ‚master copy‘ liegt nur auf dem Server, man kann lediglich seine Web-Seiten exportieren (so zwingt man zu den Abogebuehren)

    Frage zu den hier diskutierten Systemen:
    – Kann man hier auch Webseiten bauen, die auf einem grossen Bildschirm (PC) anders aussehen als auf einem kleinen (Telefon) und das am besten von ganz allein ?
    – Ein Menu mit zwei Ebenen waere schon schoen. Zumindest bei Kirby (in den ’showcases‘) habe ich nur simple HTML-Links gesehen.
    – Auf jeden Fall haette ich gern „alles“, d.h., alles was es braucht zum Betrieb, lokal bei mir abgespeichert (zumindest als Backup), d.h. kein Einbinden externer Javascripts, etc.

    Danke fuer ein paar mehr Informationen.

    • Hallo Andreas

      Die vorgestellten Flat-File-CMS unterscheiden sich von «herkömmlichen» Systemen wie WordPress oder Joomla insofern, dass sie im Hintergrund keine Datenbank benötigen. Die Möglichkeiten von dateibasierten Systemen sind (wenn überhaupt) aber nur wenig geringer. Deine drei Fragen lassen sich auch für Flat-File-Systeme mit einem «Ja» beantworten. Mit einem responsiven Theme erreichst Du, dass Deine Website auf allen Geräten gut aussieht und auch Menus mit mehreren Ebenen sollten kein Problem darstellen. Mit einem Flat-File-System kannst Du noch einfacher Backups erstellen, da Du nur die Dateien im entsprechenden Verzeichnis sichern musst. Im Moment bin ich grosser Fan von Grav. Schau’s Dir mal an.

      Beste Grüsse
      Philipp

  15. Hi Phillip,
    mit den oben erwähnten Kandidaten arbeite ich nicht, aber etwas mit GRAV, HTMLy, Bludit, Mecha CMS und mag sie einfach. Als ich vor einem Jahr über Flat File CMS-Systeme gestolpert war, war auf den ersten Blick alles spannend und sehr interessant. Auch der Blick im Nachhinein täuschte mich nicht und ich war weiterhin zufrieden.

    Mit Markdown arbeite ich auf GitHub im Wiki und auf SourceForge oder in den Kommentaren meiner WordPress-Blogs. Das habe ich so gewollt, weil die Markdown Syntax nutzerfreundlich ist und nach einer Weile gut nachvollzogen werden kann.

    Flat File CMS wie GRAV sind sehr gut und da kann ich kaum meckern. Plugins und Designs lassen sich über das Backend einspielen und ich aktualisiere meinen GRAV-Blog mit einem Mausklick im Backend. GRAV bietet gutes Aussehen, hat etwas unter der Haube und damit kann man gut arbeiten.

    Auch ein Vorteil, denn es spricht sogar Deutsch. Was will ich als deutscher CMS-User mehr? Natürlich arbeite ich auch mit englischen OpenSource CMS wie Xoops und Subrion, aber da geht es fast nicht anders. Das kann ich so stehen lassen und gebe mich zufrieden.

    Neulich klappte mein Mecha CMS Upgrade auf die Version 1.2.7 nicht und dann war das Frontend nicht erreichbar, obwohl Kollegen vom einen Entwickler sagten, dass die Neuinstallation dieses CMS einwandfrei funktioniert. Daher musste ich es bei der vorherigen Version belassen.

    Kannst du mir deinen GRAV-Blog hier als URL zukommen lassen?? Gerne würde ich es mir mal ansehen. Da sind wir vielleicht noch Gleichgesinnte :-)

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