Google Analytics: 10 Alternativen zum Marktführer

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Auf über 79 % aller Schweizer Websites wird Google Analytics zur Erstellung und Auswertung von Zugriffsstatistiken genutzt. Damit hat Google auch in unseren Breitengraden eine absolute Vormachtstellung. Heute zeigen wir Dir 10 alternative Lösungen, die Du anstatt Google Analytics für Deine Website-Statistiken einsetzen kannst.

10 Alternativen zu Google Analytics

Warum nicht Google Analytics?

Es gibt diverse Gründe, warum man sich nach einer Google Analytics-Alternative umsehen möchte.

Google weiss viel über uns Internetnutzer*innen. Wer nicht möchte, dass Zugriffsstatistiken der eigenen Website auf den Servern von Google gespeichert werden, ist mit Google Analytics offensichtlich falsch beraten. Zudem stehen Dir mit Google Analytics lediglich die verarbeiteten Daten zur Verfügung, Zugriff auf die Rohdaten ist nicht möglich. Nicht zuletzt bietet Google Analytics eine Unmenge an Funktionen. Das kann schonmal abschrecken. Wenn’s ein wenig einfacher sein soll und Du den Grossteil der Funktionen sowieso nicht nutzt, lohnt sich der Blick auf eine der Alternativen.

Tags und Pixel vs Logdateianalyse

Vorneweg: Bei der Wahl einer Analysesoftware gilt es zwischen zwei Verfahren zu unterscheiden, wie die Zugriffsdaten gesammelt werden.

Zum einen sind das Lösungen, die mithilfe von JavaScript-Tags das Verhalten der Website-Besucher*innen aufzeichnen und diese Signale an die Analysesoftware senden. Ist JavaScript im Browser deaktiviert, kann die Datenaufzeichnung mit einem sogenannten Zählpixel stattfinden. Ein Zählpixel ist eine pixelgrosse, transparente Bilddatei, die beim Aufruf der Seite vom Browser geladen wird. Der Zugriff auf diese Bilddatei wird dann mithilfe des HTTP-Referrers von der Analysesoftware der entsprechenden Seite zugewiesen. Die JavaScript- und Zählpixel-Lösungen rechnet man den sogenannten client-basierten Lösungen zu, da sie im Browser der Besucherinnen und Besucher Daten generieren und diese über einen Drittanbieter (wie Google Analytics) gesammelt werden können.

Zum anderen kannst Du sogenannte Log-Analyzer nutzen, die Du mit Serverprotokollen fütterst. Diese Analyzer kategorisieren die protokollierten Zugriffe und bereiten diese grafisch auf. Diese Lösungen bezeichnet man als server-basiert, da die Daten serverseitig generiert werden.

Heutzutage herrscht das clientseitige Verfahren mit JavaScript-Tags und Zählpixeln vor. Die beiden Verfahren schliessen sich keineswegs aus und die Kombination beider Varianten kann zu einer besseren Datenqualität führen. Einzelne Lösungen unterstützen sogar beide Verfahren von Haus aus, Google Analytics gehört allerdings nicht dazu. Ein Grund mehr, sich nach einer Alternative umzuschauen, wenn alle Daten direkt in einem Werkzeug landen sollen.

Die Alternativen

Wir haben uns 10 Analysetools genauer angesehen und stellen diese kurz vor:

Matomo

Screenshot Matomo 2020

Matomo (früher unter dem Namen Piwik bekannt) ist die populärste Google Analytics-Alternative und kommt auf etwas mehr als 15% der Schweizer Websites zum Einsatz. Die Open-Source-Software basiert auf PHP und MySQL und lässt sich somit bei den meisten Webhosting-Anbietern problemlos installieren. Das Tool bietet praktisch alle Funktionen, die Google Analytics mitbringt und eignet sich damit hervorragend als Ersatz. Dank unzähligen Plugins lässt sich die Grundinstallation um weitere Funktionen erweitern. Ausserdem funktioniert Matomo nicht nur client-basiert sondern kann auch Serverprotokolle verarbeiten. Aufgrund der ausführlichen Einstellungsmöglichkeiten zur Wahrung der Privatsphäre ist Matomo vor allem in Europa sehr beliebt und wird auch von Behörden eingesetzt.

  • Datensammlung: Client- und server-basiert
  • Service oder selbstgehostet: Selbstgehostet und als Service verfügbar
  • Kosten: Kostenlos, open-source
  • Website: Matomo

Clicky

Screenshot Clicky 2020

Clicky ist ein Service, der für kleinere Websites kostenlos ist. Mit dem Dienst lassen sich die Aktionen einzelner Besucher in Echtzeit verfolgen. In der Bezahlvariante bietet Clicky ausserdem Heatmaps und eine zuverlässigere Angabe der Bounce-Rate.

  • Datensammlung: Client-basiert
  • Service oder selbstgehostet: Service
  • Kosten: Kostenlose Version verfügbar
  • Website: clicky.com

Open Web Analytics

Screenshot Open Web Analytics 2020

Open Web Analytics ist, der Name verräts, Open-Source-Software und basiert wie Piwik auf PHP und MySQL. Die Weiterentwicklung des Projekts kannst Du auf Github verfolgen. Die Oberfläche von Open Web Analytics erinnert stark an Google Analytics, womit man sich als Google Analytics-Kenner*in schnell zurechtfindet. Open Web Analytics bietet tolle Features wie eine Heatmap oder Aufzeichnungen von Mausbewegungen.

  • Datensammlung: Client-basiert
  • Service oder selbstgehostet: Selbstgehostet
  • Kosten: Kostenlos, open-source
  • Website: www.openwebanalytics.com

Yandex Metrica

Screenshot Yandex Metrica 2020

Yandex ist das russische Pendant zu Google. Ein Analytics-Dienst darf da natürlich nicht im Angebot fehlen. Die Funktionen ähneln denn auch stark denen von Google Analytics. Im Gegensatz zum Google-Produkt bietet Metrica jedoch zusätzliche Funktionen wie «Session Replay», mit der Du nachverfolgen kannst, wie Besucher*innen mit Deiner Website interagiert haben. Als Suchmaschinenanbieter mit ähnlichem Produkte-Portfolio wie Google gelten viele der Nachteile, Stichwort Datenschutz, auch für Yandex Metrica. Metrica lässt sich grundsätzlich DSGVO-konform betreiben, aufgrund des Serverstandorts Russland solltest Du die Entwicklung der datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen aber im Auge behalten.

  • Datensammlung: Client-basiert
  • Service oder selbstgehostet: Service
  • Kosten: Kostenlos
  • Website: metrica.yandex.com

StatCounter

Screenshot Statcounter 2020

StatCounter bietet die üblichen Funktionen, hebt sich gegenüber Google Analytics jedoch mit rohen Daten ab. StatCounter hält die Logs vor und ermöglicht so, Zugriffsdaten ganz genau zu analysieren. In der kostenlosen Version werden die letzte 500 Zugriffe gespeichert, die Bezahlversion bietet je nach Bedarf Daten, die weiter zurückliegen. Damit eignet sich die kostenlose Version von StatCounter vor allem für die kurzfristige Analyse der Zugriffsstatistiken. Wer ältere Daten benötigt, greift zur Bezahlversion.

  • Datensammlung: Client-basiert
  • Service oder selbstgehostet: Service
  • Kosten: Kostenlose Version verfügbar
  • Website: de.statcounter.com

GoAccess

Screenshot GoAccess 2020

GoAccess gehört zu den eingangs erwähnten Log-Analyzern, bereitet also vorhandene Protokolle auf. GoAccess kann Serverprotokolle entweder nachträglich oder in Echtzeit verarbeiten und diese sowohl auf der Kommandozeile wie auch als HTML-Report im Browser ausgeben. GoAccess lässt sich auf Unix-Systemen (Mac, Linux) installieren, auf Windows-Computern ist der Betrieb dank Cygwin möglich.

  • Datensammlung: Server-basiert
  • Service oder selbstgehostet: Selbstgehostet oder lokale Installation
  • Kosten: Kostenlos, open-source
  • Website: goaccess.io

AWStats

Screenshot AWStats 2020
AWStats ist das Urgestein unter den Log-Analyzern und kommt bei vielen Webhosting-Anbietern standardmässig zum Einsatz. Die in Perl geschriebene Software verrichtet zuverlässig ihre Dienste und bereitet Serverprotokolle übersichtlich auf, auch wenn das Layout mittlerweile angestaubt wirkt.

  • Datensammlung: Server-basiert
  • Service oder selbstgehostet: Selbstgehostet oder lokale Installation
  • Kosten: Kostenlos, open-source
  • Website: www.awstats.org

userTrack

Screenshot userTrack 2020

userTrack kann Segmente, Session-Recording und Heatmap. Ausserdem beinhaltet das Tool eine Funktion für A/B-Tests. Eine übersichtliche Oberfläche sorgt dafür, dass Du schnell die gewünschten Daten findest.

  • Datensammlung: Client-basiert
  • Service oder selbstgehostet: Selbstgehostet
  • Kosten: Ab 59.99 $ pro Jahr
  • Website: www.usertrack.net

Plausible

Screenshot Plausible 2020

Plausible platziert sich als komplettes Gegenstück zu Google Analytics und soll möglichst simpel und unkompliziert sein. Trotzdem sind alle wichtigen Kennzahlen ersichtlich, mit denen Du die Performance Deiner Website messen kannst. Plausible ist Open-Source und lässt sich mit Docker auf einem geeigneten Server auch selber hosten.

  • Datensammlung: Client-basiert
  • Service oder selbstgehostet: Service oder selbstgehostet
  • Kosten: Ab 6 $ pro Monat, kostenlos selbstgehostet
  • Website: plausible.io

Fathom

Screenshot Fathom 2020

Fathom ähnelt optisch Plausible und teilt einige der Merkmale der simplen Google-Analytics-Alternative. Wie Plausible setzt auch Fathom einen starken Fokus auf Datenschutz, ist im direkten Vergleich aber etwas teurer.

  • Datensammlung: Client-basiert
  • Service oder selbstgehostet: Service
  • Kosten: Ab 14 $ pro Monat
  • Website: usefathom.com

Welche Google Analytics-Alternative soll’s sein?

Wer auf die vielen Features von Google Analytics angewiesen ist, seine Daten aber nicht in fremde Hände geben will, greift vorzugsweise zu Matomo oder Open Web Analytics. Dürfen’s auch ein paar Funktionen weniger sein, lohnt sich der Blick auf Plausible. Und sollen sowieso nur die servereigenen Protokolle ausgewertet werden und das entweder auf der Kommandozeile oder im Browser, dann ist GoAccess das Tool der Wahl.

Unsere Liste ist keineswegs abschliessend, tummeln sich doch unzählige Anbieter in diesem Markt. Nutzt Du ein Tool, das wir nicht erwähnt haben? Dann freuen wir uns über Deinen Kommentar.

16 Kommentare

  1. Hallo Philipp,

    Guter Artikel, bin mit Piwik sehr zufrieden.
    Einfach genial.

    Würdest Du mir noch ein anderer empfehlen ?
    Habe nur Bilder & Videos auf meiner Seite.

    Gruss..

    René

    • Danke René. Wenn’s so umfangreich wie Piwik sein soll, kann ich Dir Open Web Analytics empfehlen. Falls Du auf der Suche nach etwas simplerem bist, könnte Clicky eine gute Lösung sein.

      • Vielen Dank Philipp! Habe gerade auch noch Open Web Analystics installiert.
        Richtig, das man die gleiche Datenbank benutzt wie Piwik?
        Mal schauen was mir besser gefällt.

        • Grundsätzlich sollte es keine Probleme verursachen, wenn Du für beide Systeme die gleiche Datenbank verwendest. Vorausgesetzt beide Systeme arbeiten mit Datenbank-Präfixen. Falls Du noch Datenbanken zur Verfügung hast, würde ich Dir jedoch separate Datenbanken empfehlen.

  2. Leider wird Mint von Shaun Inman nicht mehr weiterentwickelt oder vertrieben: http://shauninman.com/archive/2016/12/24/goodbye_mint_goodbye_fever

    • Vielen Dank für den Hinweis, Philippe. Ich habe den Artikel ergänzt. Wer weiss, vielleicht entschliesst sich Shaun doch noch dazu, den Code zu open-sourcen.

  3. Hallo Philipp
    Danke für Deinen Beitrag. Cyon hat eine eigene Besucherstatistik, wodurch unterscheidet sich diese von z.B. Google und Co. ? Genügt die nicht ?
    Danke für Deine aufklärenden Worte.
    Gruss Peter

    • Hallo Peter, danke für die Frage. Die Statistiken, die Du im my.cyon-Konto unter dem Menüpunkt «Statistiken» einsehen kannst, werden mit AWStats generiert, basieren also auf den Serverlogs. Funktionen wie Heatmaps sind damit z.B. nicht möglich. Allerdings haben Logbasierte Statistiken den Vorteil, dass keine zusätzlichen Scripts auf der Website eingebunden werden müssen. Das wiederum kommt der Ladezeit Deiner Website zu Gute. Falls Dir bei Server-basierten Statistiken keine Funktionen fehlen, reicht eine solche Lösung in meinen Augen absolut aus.

  4. Welches der Produkte empfiehlt sich auch für Apptracking?

    Danke Coco

  5. Hallo Philipp,

    Habe jetzt lange PIWIK benutzt.
    Nun habe ich CLICKY ausprobiert und bin mehr zufrieden.
    Ist noch mehr aufgeräumter.
    Benutzte die FREE Version.
    Nur begreife ich nicht richtig den Unterschied zu der Pay Version.
    21 Tage hat man noch die Premium Version und danach schaltet es auf die Free Version.
    Ist die Free Version dann sehr beschränkt und nicht mehr brauchbar ?
    Finde es jetzt super. Brauche ja nur die einfachen Sachen.
    Habe da kein Durchblick.

    Liebe Grüsse..

    René

    • Hallo René. Soweit ich sehe ist die Free-Version auf 3000 Pageviews pro Tag beschränkt und es fehlen die hier aufgelisteten Premium-Features: https://clicky.com/help/pricing. Falls Deine Seiten pro Tag nicht mehr als 3000 Mal aufgerufen werden, dürfte die Free-Version weiterhin eine gute Lösung sein.

  6. Da für mich nur selbstgehostete Tools in Frage kommen habe ich ca. 1 Jahr Piwik genutzt. Nachdem ich festgestellt habe, dass dies zu schlechter Performance auf meiner Seite führt, habe ich Piwik komplett rausgeschmissen und nutze nur noch die AW Stats von mycyon. Schon etwas angestaubt ;) Ist es möglich GoAccess mit einem Webhosting Single zu nutzen?

  7. Hallo Philipp

    Toller Beitrag. Piwik gibts anscheinend nicht mehr?
    Auf jeden Fall kommt man mit Deinem im Beitrag angegebener Link nicht mehr auf die Piwik Seite.

    Grüsse
    Silvester

    • Vielen Dank für Deinen Kommentar, Silvester. Piwik heisst unterdessen Matomo. Ich habe den Text entsprechend angepasst.

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